Hoeneß zerlegt tuchel: stanisic ist deutsch – und das wusste der coach nicht

Uli Hoeneß hat Thomas Tuchel erneut öffentlich verrissen – und diesmal liefert er eine Anekdote, die bei den Bayern-Verantwortlichen wohl noch Tage für Kopfschütteln sorgen wird. Im Podcast „Auf eine weiß-blaue Tasse“ plauderte der Ehrenpräsident aus dem Nähkästchen: Tuchel habe Josip Stanisic tatsächlich gefragt, ob er Deutsch spreche. Ein Bayern-Profi, in München geboren, in der Jugend beim TSV 1860 und später beim FC Bayern ausgebildet. „Das sind Dinge, die gehen einfach nicht“, so Hoeneß.

Stanisic: münchner junge mit kroatischem pass

Der 26-jährige Außenverteidiger entschied sich zwar für die kroatische Nationalmannschaft, aber er ist und bleibt ein Münchner. 2017 wechselte er zur U19 des Rekordmeisters, durchlief alle Jugendstufen und kennt die Vereinsstrukturen wie kaum ein anderer. Dass ein Trainer, der beim FC Bayern das Zepter schwingt, nicht einmal die Sprachkenntnisse seines Spielers kennt, wirft ein schales Licht auf Tuchels Informationspolitik – und bestätigt das Bild, das Hoeneß seit Monaten zeichnet.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder wollte wissen, was Vincent Kompany anders macht als seine Vorgänger. Hoeneß‘ Antwort fiel scharf aus: „Zwei Dinge. Er macht jeden Spieler besser. Und ich habe ihn noch nie eine Pressekonferenz leiten sehen, in der er sagt: Ich brauche einen linken Verteidiger, ich brauche einen rechten Verteidiger – wie das unter Tuchel der Fall war.“

Öffentliche selbstinszenierung statt selbstkritik

Öffentliche selbstinszenierung statt selbstkritik

Hoeneß an Tuchels Adresse: „Wenn mal nicht gut gespielt wurde, hat er sich nie selbst hinterfragt. Es war immer die Mannschaft schuld. Der rechte Verteidiger passt nicht, Joshua Kimmich sei kein guter Spieler, Ryan Gravenberch brauche er nicht – so ging das ständig.“ Diese Art, in die Öffentlichkeit zu gehen, stieß intern auf massive Kritik. Nicht nur Hoeneß, auch andere Bayern-Macher hatten das Gefühl: Tuchel nutzte die Medien, um Druck zu machen – statt im Verein zu lösen, was zu lösen war.

Tuchel kam im März 2023, ging im Sommer 2024. Eine Saison, zwei Titel – und eine Menge verbale Scherben. Sein Nachfolger Kompany liefert bislang das, was Hoeneß und Co. vermisst hatten: klare Kommunikation, spielerische Entwicklung, keine öffentlichen Einkaufslisten. Die Stanisic-Story ist nur ein weiteres Puzzlestück in einem Bild, das die Bayern gern abschließen würden. Ob Tuchel je davon erfährt? Vielleicht. Aber Hoeneß hat ihn längst zur Kenntnis genommen – und verbreitet sie mit Genugtuung.