Hoeneß schießt scharf gegen nagelsmann – neuer-debakel und kimmich-fehlbesetzung!

München – Der FC Bayern München ist bekannt für seine offenen Diskussionen, doch die jüngsten Äußerungen von Ehrenpräsident Uli Hoeneß heben die Kontroverse auf eine neue Ebene. In einem exklusiven Gespräch mit dem Spiegel hat der 74-Jährige dem Bundestrainer Julian Nagelsmann erneut scharf kritisiert – und zwar nicht nur für die umstrittene Rückholaktion von Manuel Neuer, sondern auch für taktische Entscheidungen und die Vorbereitung auf die anstehende WM.

Nagelsmanns kommunikation als problem

Nagelsmanns kommunikation als problem

Hoeneß prangerte die Art und Weise an, wie Nagelsmann die Rückkehr von Manuel Neuer ins DFB-Team kommuniziert habe. „Die Art und Weise war nicht in Ordnung. Ich fand es nicht fair“, so der ehemalige Bayern-Boss. Die frühzeitige Bekanntgabe, dass Oliver Baumann die Nummer eins bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada sein sollte, sei ein Fehler gewesen. „Das war ein Fehler, der hätte vermieden werden können.“

Doch nicht nur die Kommunikation stieß Hoeneß aufstoßen. Der Ehrenpräsident äußerte sich auch kritisch über die Verwendung von Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger. „Joshua Kimmich brauche ich im Mittelfeld. Auf keinen Fall rechts hinten, Führungsspieler kann er da nicht sein“, erklärte Hoeneß unmissverständlich. Er plädiert stattdessen für ein starkes Mittelfeld mit Kimmich und seinem Bayern-Kollegen Aleksandar Pavlovic. „Ein Bayern-Block im Mittelfeld wäre genau das Richtige.“

Die allgemeine Einschätzung des 26-köpfigen Kaders, den Nagelsmann am Donnerstag vorgestellt hatte, fiel bei Hoeneß verhalten aus. „Gut, aber nicht weltklasse“, so seine Analyse. Die Kritik an der mangelnden Vorbereitung und dem fehlenden Zusammenhalt im Team wiederholte sich. „Das DFB-Team könnte sehr erfolgreich spielen, wenn aus diesen Einzelspielern ein Team wird. Dafür hätte man eine Mannschaft drei-, vier-, fünfmal zusammenspielen lassen müssen, um sie zu einer Einheit zu machen.“

Nagelsmann hatte auf die Einlassungen Hoeneß bisher gelassen reagiert. „Ich bin wirklich ganz, ganz selten beleidigt. Uli darf immer was zu mir sagen, ich habe großen Respekt vor seinem Lebenswerk. Und ich versuche immer, aus so etwas meine Schlüsse zu ziehen“, so der Bundestrainer in der vergangenen Woche.

Die Wortwahl Hoeneß’ lässt jedoch wenig Raum für Interpretationen. Es bleibt abzuwarten, ob diese offenen Worte den Bundestrainer zu einer Umbesetzung oder taktischen Anpassung bewegen werden. Eines ist jedoch klar: Der interne Machtkampf zwischen dem legendären Bayern-Funktionär und dem Bundestrainer eskaliert weiter und könnte die Vorbereitung auf die WM erheblich beeinträchtigen. Die Frage ist, ob Nagelsmann den Druck standhält und seine Vision durchsetzen kann, oder ob Hoeneß’ Einfluss auf die DFB-Auswahl letztendlich den Ausschlag geben wird.