Bari: ehemaliger star schießt gegen den verein nach dem abstieg!
Der Schock sitzt tief in Bari: Nach 22 Jahren in der Serie B stürzt der Verein in die Drittklassigkeit ab. Und die Reaktionen der Fans lassen sich kaum überschlagen. Besonders deutlich wird die Enttäuschung durch die Worte eines Mannes, der die glorreichen Zeiten des Vereins mitgestaltet hat: Sandro Tovalieri, einstiger gefürchteter Stürmer, hält kein Zurück mehr.

„Eine schande für die stadt und die fans“
„Ich hätte mir das nicht träumen lassen“, so Tovalieri in einem Interview. „Bari ist eine Stadt, die italienischen Fußball verdient – in der Serie A, nicht in der Serie C!“ Seine Worte sind ein Spiegelbild der Frustration, die in der gesamten Stadt herrscht. Der „Cobra“ der Strafraumregion, wie er einst genannt wurde, erinnert schmerzlich daran, dass der Verein einst die Herzen der Fans eroberte, indem er Inter und Milan im eigenen Stadion bezwang. Nun scheint diese Ära endgültig vorbei.
Tovalieri lässt wenig auf sich warten, wenn er die Schuld für den Abstieg verteilt. „Diese Mannschaft hat das Trikot gedemütigt“, kritisiert er unmissverständlich. „Wenn man das Trikot von Bari trägt, muss man Blut und Wasser schwitzen. Das habe ich bei meinen Mitspielern nicht gesehen.“ Er spricht von einem fehlenden Siegeswillen und einem Mangel an Identifikation mit dem Verein. „Viele Spieler sind nur geliehen oder wissen schon, dass sie gehen werden. Wo soll da die Bindung sein?“
Die Frage nach der Verantwortung
Die Schuldzuweisung geht über die Spieler hinaus. Tovalieri sieht das gesamte Umfeld in der Verantwortung. „Es fehlt an allem: an einer funktionierenden Vereinsstruktur, an einer starken Mannschaft und an kompetenten Trainern.“ Er kritisiert auch den Transfermarkt, der seiner Meinung nach nicht den Ansprüchen eines Vereins wie Bari gerecht wurde. „Bari ist eine Stadt, die A-Fußball verdient. Die B-Liga ist kaum mehr als das Minimum.“
Auch die Rolle des letzten Trainers, Moreno Longo, wird nicht verschont. „Longo ist in eine schwierige Situation gekommen, aber er hat auch Fehler gemacht. Ich hätte beispielsweise von Anfang an mit zwei Stürmern spielen lassen, um mehr Druck auf die gegnerische Abwehr auszuüben.“
Die bittere Wahrheit ist, dass der Abstieg eine Verkettung von Fehlentscheidungen ist, die sich über die gesamte Saison hinweg angesammelt haben. Das 4:0 gegen Pescara markierte den endgültigen Tiefpunkt. „An diesem Tag ist die Mannschaft einfach nicht auf dem Platz aufgetaucht“, so Tovalieri.
Doch Tovalieri gibt nicht auf. „Bari verdient eine bessere Zukunft. Die Fans, die Stadt – sie alle haben dem Verein so viel gegeben. Es ist jetzt an der Vereinsführung und den Institutionen, gemeinsam dafür zu sorgen, dass Bari so schnell wie möglich wieder in der zweiten Liga zurückkehrt.“ Er blickt mit Hoffnung in die Zukunft, auch wenn der Schmerz des Abstieg noch lange nachwirken wird. Die 700 Fans, die trotz allem die Auswärtsfahrt nach Bozen antraten, um ihre Mannschaft zu unterstützen, sind ein Beweis für die unerschütterliche Leidenschaft der Anhänger.
Die Demütigung ist groß, aber der Glaube an eine Wiederauferstehung des Bari-Fußballs bleibt bestehen. Denn eines ist klar: Die Geschichte des Bari ist noch lange nicht zu Ende.
