Hoeneß schießt gegen nagelsmann: "zu viel medien-theater!"
München – Der FC Bayern hat eine neue Kontroverse ausgelöst: Klub-Patron Uli Hoeneß hat in einem Podcast-Interview eine vernichtende Kritik an Bundestrainer Julian Nagelsmann geübt. Seine Worte lassen aufhorchen und werfen Fragen nach der zukünftigen Ausrichtung des DFB auf.

Die personalie neuer: ein verpasster moment?
Im Podcast „Auf eine weiß-blaue Tasse“ ließ Hoeneß wenig Zweifel daran, dass er mit der Art und Weise, wie Nagelsmann den Fall Manuel Neuer angegangen ist, überhaupt nicht einverstanden ist. "Ich hätte ganz klar gesagt: Wir spielen jetzt mit Baumann oder Nübel und wir warten ab, wie die Entwicklung ist," erklärte der 74-Jährige. Er bemängelte, dass man Neuer auch kurz vor der WM problemlos wieder nominieren hätte können, ohne das unnötige "Theater".
Hoeneß’ Kritik geht jedoch weit über den Umgang mit einzelnen Spielern hinaus. Er warf Nagelsmann vor, zu viel Wert auf öffentliche Äußerungen zu legen und die Medien zu überstrapazieren. "Oft besteht die Gefahr, dass viele Dinge in den Medien zerredet werden, dass er viel zu viele Dinge über die Medien macht," so Hoeneß.
Als Beispiel nannte er den Stuttgarter Stürmer Deniz Undav, den Nagelsmann öffentlich in Frage gestellt habe. „Du musst heute deine Probleme intern lösen. Die Medien sollen wieder selber arbeiten. Denen musst du nicht jeden Tag Futter geben,“ forderte Hoeneß deutlich. Er betonte den Unterschied zu Bayern-Trainer Vincent Kompany, der nie öffentlich schlecht über Spieler sprechen würde, selbst wenn er sie nicht brauche. Das zeige einen anderen Führungsstil.
Die Besetzung des DFB-Mittelfelds mit Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic scheint für Hoeneß gesetzt zu sein. "Selbstverständlich würde ich auch auf das Münchner Duo setzen," erklärte er. Er sieht noch eine Chance für Nagelsmann, bei der WM mit einer klaren Mannschaft – mit wenigen Ausnahmen – erfolgreich zu sein. Die Gruppenauslosung sei ja nicht so schwierig, man könne sich einspielen und so ins Halbfinale kommen.
Doch Hoeneß mahnte auch zur Besonnenheit: "Man darf nicht versuchen, die Politik hier reinzuspielen.“ Das WM-Boykott-Gerede wies er als „Witz“ ab – auch wenn man die politische Haltung des amerikanischen Präsidenten ablehne. Der Fokus müsse auf dem Sport liegen.
Die Aussagen von Uli Hoeneß sind ein deutliches Signal an den DFB und werfen die Frage auf, ob Nagelsmann seine Strategie überdenken sollte, um die Kontinuität und den Teamgeist zu stärken, die Hoeneß für den Erfolg der Nationalmannschaft so wichtig findet. Denn eines ist klar: Die kommenden Wochen werden entscheidend sein für die Zukunft von Julian Nagelsmann als Bundestrainer.
