Hoeneß packt aus: so sicherte bayern kompany vor city-abwerbung
Uli Hoeneß schlägt wieder zu – diesmal mit einem Geständnis, das die Transferwelt aufhorchen lässt. Beim Pelkumer Sportgespräch verriet der Ehrenpräsident, dass Bayerns vorzeitige Vertragsverlängerung mit Vincent Kompany im Oktober nicht nur Anerkennung war, sondern auch eine Abwehrstrategie gegen Manchester City.

Ein käfer, ein daumen, ein job fürs leben
„Das erste Gespräch fand im Käfer statt“, sagt Hoeneß und lacht sein markantes Lachen. Dabei: Vorstandschef Herbert Hainer, Sportdirektor Max Eberl, Sportvorstand Christoph Freund, Kompany – und dessen Vater, einst Bürgermeister in Belgien. Nach 30 Minuten habe er Eberl angerempelt und den Daumen nach oben gestreckt. „Ich wusste: Das ist er!“ Die Botschaft war eindeutig: Ohne Vertrag keine Heimreise.
Die Aktion hatte Methode. Seit Wochen kursierte in England das Gerücht, Pep Guardiola könnte 2025 bei den Citizens aufhören – und Kompany gilt seit Jahren als designierter Nachfolger. Hoeneß: „Das war vor allem Überzeugung, das andere ein kleiner Hintergedanke.“ Mit dem neuen Kontrakt bis 2029 zieht Bayern die Notbremse. Fünf Jahre, ein Ewigkeitswert im modernen Fußball, ein „unglaublicher Vertrauensvorschuss“, wie Hoeneß betont.
Die Zahlen sprechen für sich: Unter Kompany holte der Rekordmeister die Bundesliga-Herbstmeisterschaft, schoss 43 Tore, kassierte nur neun. Die Tordifferenz +34 ist Rekord nach 13 Spieltagen. Auch in der Champions League steht Bayern nach dem 4:0 gegen Aston Villa vor dem Einzug ins Achtelfinale. Der Pokal? Auch dabei.
Hoeneß hat seine Lektion gelernt. Nach den umstrittenen Trennungen von Hansi Flick und Julian Nagelsmann wollte er keine neue Diskussion riskieren. „Wir wollten zeigen: Wir stehen voll hinter ihm“, sagt er. Und mehr noch: „Er ist ein Trainer, der die Leute hier lange begeistern kann.“
Die Szene im Käfer ist inzwischen Legende. Ein Bier, ein Brezn, ein Vertrag. Und ein Vater, der als Politiker weiß, wie wichtig Timing ist. Kompany senior habe geschmunzelt, erzählt Hoeneß, als sein Sohn unterschrieb. „Er kennt die Spielregeln.“
Für Kompany war City nie Thema. „Ich bin hier, um Geschichte zu schreiben“, sagte er kürzlich. Die nächste Kapitelüberschrift: am Samstag im Topspiel gegen Leverkusen. Gewinnt Bayern, beträgt der Vorsprung neun Punkte. Die Meisterschaft? „Noch zu früh“, sagt Kompany. Hoeneß lacht wieder. „Er ist schon ein Stück weit Bayern geworden.“
Ein Satz bleibt hängen: „Ohne Vertrag brauchst du nicht zurückzukommen.“ In München nennt man das seit jeher: Liebe auf den ersten Blick – nur mit Papier.
