Hoeneß: älterwerden macht sorgen – und ein appell an deutschland

München – Uli Hoeneß, der Ehrenpräsident des FC Bayern, hat im Gespräch mit DAZN überraschend offen über seine Ängste im Umgang mit dem Älterwerden gesprochen. Doch neben persönlicher Betroffenheit richtete der 74-Jährige einen eindringlichen Appell an die Politik und die gesamte deutsche Gesellschaft.

Die schatten des verlustes: hoeneß' persönliche reflexion

Die zunehmende Zahl von Todesfällen im persönlichen Umfeld lastet schwer auf dem sonst so optimistischen Hoeneß. „Wieder ist jemand gestorben, wieder gehen wir auf eine Beerdigung“, schilderte er mit bedrückter Stimme. Diese Erfahrung führt unweigerlich zu Gedanken über das eigene Vermächtnis. „Das belastet mich schon sehr gerade wenn man älter wird. Und wenn man dann ein Lebenswerk (…) hinter sich hat, denkt man natürlich auch ein Stück weit über ein Vermächtnis nach.“ Diese Worte offenbaren eine selten zu sehende Verletzlichkeit des Fußballfunktionärs.

Hoeneß' Worte sind nicht nur ein Ausdruck persönlicher Trauer, sondern auch eine Mahnung. Er erinnert uns daran, dass das Leben vergänglich ist und dass wir das Beste daraus machen sollten – während wir es noch können. Der Blick auf den Tegernsee, das „Wow, wie schön ist die Welt“, steht dabei symbolisch für die Wertschätzung des Augenblicks.

Mehr als nur fußball: ein appell für deutschlands werte

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Doch Hoeneß' Bedenken gehen weit über seine persönlichen Sorgen hinaus. Er sieht eine Gefahr für die Grundlagen unseres Zusammenlebens. „Wir Deutschen müssen begreifen, dass wir in einem der besten Länder der Welt leben – mit Demokratie, Meinungsfreiheit, sozialen Einrichtungen und einem guten Gesundheitswesen“, betonte er. Dieser Appell an die Eigenverantwortung und den Patriotismus ist von großer Bedeutung.

Hoeneß wünscht sich, dass die Politiker seine Werte teilen und sie auch in Zukunft verteidigen. „Ich hoffe vielmehr, dass unsere Politiker es auch in Zukunft schaffen, all das zu bewahren, was unser Land ausmacht.“ Zufriedenheit, so Hoeneß, habe einen „ganz hohen Stellenwert“ und sei etwas, das er sich von der Gesellschaft wünscht.

Die Offenheit des Bayern-Patrons erregt Aufhorchen und zeigt, dass auch Menschen im hohen Ansehen mit den großen Fragen des Lebens ringen. Seine Worte sind ein Weckruf an uns alle, die Demokratie zu schätzen und zu verteidigen – denn sie ist fragil und bedarf unseres Engagements.