Historischer triumph: deutscher holt college-basketball-krone!
Die Michigan Wolverines haben im Finale der NCAA-Basketball-Saison gegen die UConn Huskies mit 69:63 die Oberhand beharrlich behauptet. Vor 70.000 begeisterten Zuschauern feierte Amerika ein packendes Spiel – und Deutschland einen unerwarteten Helden: Malick Kordel!
Ein hoffnungsschimmer aus oberhausen
Der 22-jährige Kordel, der in seiner ersten Saison an der NCAA hauptsächlich von der Bank kam, feierte einen Moment, der in die deutschen Basketball-Annalen eingehen wird. Seine Präsenz, auch wenn begrenzt, unterstreicht den wachsenden Einfluss deutscher Talente im US-College-Basketball.

Der nil-boom und die rückkehr der stars
Die Einführung der sogenannten NIL-Deals (Name, Image, Likeness), die es College-Spielern erlauben, durch Werbung und Sponsoring Geld zu verdienen, hat einen regelrechten Ansturm deutscher Basketballer auf die Elite-Schulen in den USA ausgelöst. Doch nun kehren die ersten Spieler zurück in die Easycredit Basketball Bundesliga – ein Zeichen dafür, dass sich der Kreis für einige schließt.
Jan Jagla, erfahrener Spielerberater und ehemaliger Nationalspieler (141 Länderspiele), mahnt jedoch zur Vorsicht. Im Podcast „Dyn Timeout“ betonte er: „Ich glaube nicht, dass jedes Jahr eine signifikante Anzahl an Spielern tatsächlich BBL-relevant sein wird.“ Er schätzt die Zahl auf fünf bis acht Spieler pro Jahr. Eine realistische Einschätzung, die die Euphorie etwas dämpft.

Dwayne koroma: ein „24-stunden-dennis-rodman“-projekt?
Ein Name fällt dabei besonders hervor: Dwayne Koroma, der mit UConn das Finale erreichte. Der 24-Jährige, der bereits sechs Jahre an verschiedenen Colleges verbrachte, ist mit seinen 2,07 Metern kein klassischer Center. Jagla sieht jedoch Potenzial: „Er müsste sich einen 24-Stunden-Dennis-Rodman-Film ansehen und versuchen, das auf europäischem Spitzenniveau zu kopieren. Erstklassige Defensive und unermüdlicher Einsatz – das ist der Schlüssel.“

Nba-träume und die europäische realität
Auch Michael Rataj (22/Baylor) und Christoph Tilly (23/Ohio State) träumen von der NBA. Rataj hat bereits einen Vertrag bei Alba Berlin, will sich aber zunächst für den Draft empfehlen. Tillys NBA-Ambitionen scheinen jedoch realistischer in Europa zu sein. „Ich sehe die beiden eher in Europa“, so Jagla, da die Frage nach der „Elite-Fertigkeit“ bei NBA-Geschäftsführern immer im Vordergrund steht – und beidem fehlt es an herausragenden Wurfqualitäten.
Tilly, mit seinen 2,13 Metern, könnte laut Jagla sogar den Sprung in die Euroleague schaffen – allerdings nicht im ersten Jahr. Eine Anpassungsphase in einer niedrigeren Liga wäre sinnvoll, um seinen Wurf zu stabilisieren und die Arbeitsweise zu verinnerlichen.
Lamin sabally: der bruder der wnba-stars
Ein Spieler, dem Jagla definitiv eine Chance in der BBL einräumt, ist Lamin Sabally (23/Iona). Der 2,07-Meter-Mann, Bruder der bekannten Berliner WNBA-Stars Satou und Nyara Sabally, zeigte in seiner letzten College-Saison eine deutliche Leistungssteigerung. Seine Energie und sein Zug zum Korb sind unbestreitbar, auch wenn sein Dreierquote noch Luft nach oben hat.
Weitere Spieler, die den Weg zurück nach Deutschland einschlagen könnten, sind Lennart Weber (23/Bryant) und Alexander Richardson (22/Loyola). Daniel Helterhoff (23/Rider) und Collin Metcalf (Maryland) haben hingegen geringere Chancen auf einen Platz in der BBL.
Die Rückkehr dieser Spieler könnte die Easycredit Basketball Bundesliga bereichern und den deutschen Nachwuchsbereich weiter fördern. Die kommenden Monate werden zeigen, welche dieser Talente tatsächlich den Sprung an die Spitze schafft.
