Hettich-walz sprintet in otepää an das podest – nur 1,7 sekunden fehlen

Janina Hettich-Walz preschte mit leerem Magazin und vollem Herzen auf die Zielgerade – und landete exakt 1,7 Sekunden hinter dem Glück. Die 29-jährige Kölnerin feuerte im estnischen Otepää fünf Mal in die schwarze Mitte, doch das reichte nur zu Rang vier. Julia Simon schraubte sich mit einer fehlerfreien Loipe und eiskalter Schlussphase an die Spitze, Lisa Vittozzi und Lou Jeanmonnot schoben sich dazwischen. Ein Treppchen, das so knapp bleibt wie der Faden eines Skischuhs.

Die zahlen, die wehtun

0 Fehler am Schießstand, 7,5 km in 21:49,4 Minuten – das ist Top-Niveau. Doch Simon war 1,7 Sekunden schneller, Vittozzi 2,9, Jeanmonnot 22,9. Die Deutsche liegt damit in der Gesamtwertung weiter auf Kurs, aber das Salz in der Wunde schmeckt trotzdem. „Ich hab alles rausgeholt, was geht“, sagte sie nach dem Rennen im ARD-Mikrofon, „aber manchmal reicht eben alles nicht.“

Der Wind wehte bei minus drei Grad aus Südwest, die Loipe lag hart – ideale Bedingungen für schnelle Zeiten. Hettich-Walz zog schon nach dem ersten Schießen an der Französin vorbei, verlor aber auf der zweiten Runde zwei Sekunden im Flachstück. Dort, wo Simon ihre Doppelpol-Technik aufdrehte, musste die DSV-Athletin kurz durchatmen. Ein Moment, der später die Podestplätze entschied.

Morgen wird nachgelegt

Morgen wird nachgelegt

Die Verfolgung startet Samstag um 16:00 Uhr – live auf Eurosport und im Stream. Hettich-Walz liegt 18 Sekunden hinter Simon zurück, ein Rückstand, der sich im Gelände von Otepää schnell auflösen kann. „Ich weiß, dass ich in der Loipe noch einen Gang höher schalten kann“, sagt sie. Der Blick ist nach vorn gerichtet, der Frust liegt abgestreift im Schnee.

Für den deutschen Biathlon ist das ein kleiner Dämpfer, aber kein Drama. Mit Philipp Nawrath, der tags zuvor aufs Podest sprintete, und Hettich-Walz als Vierter zeigt der DSV, dass die Kader-Rotation Früchte trägt. Die Saison ist lang, die WM liegt noch vor uns. Und manchmal reicht eben ein Tag, um 1,7 Sekunden in Gold zu verwandeln.