Hettich-walz jagt das podest: 24 sekunden trennen sie vom ersten sieg nach der babypause
Janina Hettich-Walz spürt den Pulsschlag ihres Sports genau dort, wo er am stärksten klopft: zwischen den Laufstrecken und den Schießständen von Otepää. Nach Platz vier im Sprint liegt die 28-Jährige nur 24,6 Sekunden hinter Julia Simon – das ist kein Rückstand, das ist eine Einladung.

Die verfolgung wird zur zerreißprobe für das dsv-team
Während Hettich-Walz auf den ersten Podestplatz seit ihrer Babypause zusteuert, rutschen ihre Teamkolleginnen durchs Feld: Marlene Fichtner folgt auf Rang 23, Vanessa Voigt auf 28. Die Ursache ist schnell benannt – Voigt brauchte im Stehenschießen über eine Minute, eine Ewigkeit, in der sich Sekunden in Minuten verwandeln. Julia Tannheimer, Julia Kink und Selina Grotian landeten ab Platz 30, alle mit drei Fehlschüssen, alle mit Rückständen jenseits der zwei Minuten.
Die Nationenwertung rettet noch das Gesicht: Platz fünf vor Finnland und Tschechien bedeutet den sechsten Startplatz für die kommende Saison. Ein Trostpflaster, das sich aber schnell auflöst, wenn die Schüsse nicht sitzen. Denn bei der Verfolgung zählt jeder Fehler 150 Meter Strafrunde – auf 10 Kilometern ein Selbstläufer in die Bedeutungslosigkeit.
ARD und Eurosport übertragen live, Joyn, DAZN und HBO Max streamen. Doch die Bilder allein reichen nicht. Wer die deutschen Farben verfolgt, muss sich auf eine Einzelkämpferin verlassen: Hettich-Walz. Ihre Chancen stehen gut, denn 24 Sekunden lassen sich in der Loipe von Otepää holen – wenn die Nerven halten und die Scheiben fallen.
Der Weltcup in Estland wird zur Schicksalsjagd. Und während die Konkurrenz aus Frankreich, Schweden und Norwegen bereits auf dem Treppchen steht, muss Deutschland wieder von vorn beginnen. Die Saison ist lang, aber die Uhren ticken. Für Hettich-Walz lautet die Devise: nach vorn schauen, durchatmen, abdrücken.
