Hertha schießt sich warm, union ii schlägt spät zu – berliner frauenfußball tobt

5:0, 3:0, 2:2, 0:6 – vier Spiele, vier Gesichter. Am 22. März lieferten die Frauen-Regionalliga-Teams aus Berlin eine Vorstellung ab, die so gar nichts mit Frühlingsmüdheit zu tun hat. Hertha BSC fegte Hohen Neuendorf vom Platz, Union II biss sich 74 Minuten lang die Zähne an Erfurt aus, bevor der Gegner kollabierte. Turbine II verspielte eine sichere Führung, Türkiyemspor wurde regelrecht überrollt.

Hertha entlässt die gäste mit sonne und fünf toren im gepäck

Im Hanns-Braun-Stadion schien nicht nur die Sonne – Elfie Wellhausen eröffnete den Kanon kurz nach dem Seitenwechsel. Danach rissen die Linien, Hohen Neuendorf wirkte wie nach einem Sprint-Marathon ohne Belüftung. Die Blau-Weißen schraubten das Ergebnis auf 5:0, verteidigen weiter die Tabellenspitze und versenden eine klare Botsung: Wer in Berlin punkten will, braucht mehr als nur gute Verteidigung.

Union ii trifft doppelt in 120 sekunden – erfurt geht leer aus

Union ii trifft doppelt in 120 sekunden – erfurt geht leer aus

74 Minuten lang war die Partie ein Stück taktischer Kontrollfussball, dann riss der Faden. Hannah Kratz köpfte das 1:0, noch ehen die Erfurterinnen ihre Abwehr umstellen konnten, schlug Carla Okoro zum 2:0 nach. Die Köpenickerinnen spielten fortan mit einer Selbstverständlichkeit, die den Gegner entmutigte. Elisabeth Steiner bohrte den Sieg in der fünften Minute der Nachspielzeit endgültig auf 3:0 ein. Union bleibt damit im Windschatten von Hertha, aber mit Gold im Rücken.

Turbine ii zittert sich zum punkt – magdeburg kommt zurück

Turbine ii zittert sich zum punkt – magdeburg kommt zurück

Helene Duwe und Lucia Stritzke hatten Potsdam mit 2:0 in Sicherheit gewogen, doch die Gäste schafften das Kunststück der Saison: Amy Cienskowski und Charlotte Klein erzielten innerhalb von 13 Minuten den Ausgleich. Die Partie kochte, zwei Gelb-Rote Karten verteilt – am Ende teilen sich beide Teams einen Punkt, der für Potsdam bitter und für Magdeburg süß schmeckt.

Leipzig ii entführt sechs tore aus berlin

Leipzig ii entführt sechs tore aus berlin

Die Leipzigerinnen ließen Türkiyemspor keine Chance. Bereits zur Pause führten sie 4:0, Alexandra Scheffler und Natalie Grenz schraubten das Ergebnis in die Höhe. Die zweite Hälfte wurde zur Demonstration körperlicher und taktischer Überlegenheit – 6:0 lautet der Endstand. Türkiyemspor rutscht weiter nach unten, RB Leipzig II festigt den Anschluss an die oberen Tabellenregionen.

Ein Spieltag, der die Regionalliga Nordost in zwei Geschwindigkeiten teilt: oben das Berliner Duo, das mit Torfestival und Siegeswillen in die Saison-Zielgerade prescht – unten Teams, die noch Luft nach oben oder den Abstieg im Nacken spüren. Die nächsten Wochen werden zeigen, wer die Sonne mitnimmt und wer im Schatten bleibt.