Hertha muss 152.000 euro zahlen: dfb verurteilt pyro-würfe als waffeneinsatz

Der Deutsche Fußball-Bund schickt Hertha BSC zur Kasse – und macht deutlich, dass er das Spektakel von Dresden nicht vergessen hat. 152.000 Euro Strafe, weil Anhänger bengalische Feuer in Richtung Gegner schleuderten. „Ich kann mich an kaum einen Fall erinnern, bei dem Pyrotechnik in diesem Ausmaß als Waffe gegen Menschen eingesetzt wurde“, sagte Stephan Oberholz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts.

Das urteil trifft nicht nur die kasse

Die Berliner müssen zahlen, aber auch zuschauen, wie das Stadion in Zukunft leerer wird. Dynamo Dresden erhielt zusätzlich 91.200 Euro und einen Teilausschluss für zwei Heimspiele. Die K-Blöcke, 9.000 Stehplätze, bleiben beim ersten Mal komplett dicht, beim zweiten Mal zur Bewährung ausgesetzt bis Juni 2027. Dresden kündigte sofort Einspruch an – nicht wegen des Geldes, sondern wegen der Kollektivstrafe.

Die Begründung des Gerichts liest sich wie eine Anklage. Raketen flogen nicht nur in die Luft, sondern auf Köpfe. Mindestens 17 Menschen wurden verletzt, darunter auch Unbeteiligte. Das Ganze geschah am Karsamstag, dem Spieltag, an dem sich befannte Hooligans schon Wochen zuvor in sozialen Netzwerken abgesprochen hatten. Die Polizei war vorgeblich vorbereitet, trotzdem brachen Absperrungen zusammen.

Was genau passierte im rudolf-harbig-stadion?

Was genau passierte im rudolf-harbig-stadion?

Bilder zeigen, wie schwarz vermummte Fans über Zäune klettern, Polizisten mit Pfefferspray antworten, ein bengalisches Feuer explodiert neben einem Steward. Die Szene dauert Sekunden, reicht aber, um ein ganzes Stadion in Angst zu versetzen. Hertha-Anhänger hatten offenbar eigene Raketen dabei, die sie aus dem Gästeblock heraus zündeten. Dresden-Fans konterten mit Steinwürfen. Dazwischen: normale Familien, die eigentlich nur Fußball sehen wollten.

Der DFB reagiert nun mit einem Maßnahmenpaket, das über Geldstrafen hinausgeht. Beim nächsten Aufeinandertreffen müssen beide Vereine nur noch die Hälfte der Gästekarten ausgeben – und diese sind personalisiert. Die Botschaft: Wer randalieren will, soll sich gleich einen anderen Termin suchen. Ob das reicht, ist fraglich. Die Szene ist mobil, die Gewalt organisiert.

Hertha steht erneut vor einem Imageschaden, der finanziell weit über die 152.000 Euro hinausgeht. Sponsoren schauen genau hin, wenn der Klub wieder in Schlagzeilen über Pyrotechnik und Krawalle rutscht. Die nächste Saison rückt näher, der erste Spieltag ist noch offen. Die Strafe ist bezahlt, die Wunden in Dresden brauchen länger, um zu verheilen.