Hertha bsc: leon jensen – vom „giftzwerg“ zum trainings-feixenvogel?

Berlin – Leon Jensen, der Rückkehrer zu Hertha BSC, scheint aktuell im Niemandsland zu vegetieren. Null Einsatzminuten in der Rückrunde und ein Gespräch mit dem Trainer lassen die Frage aufkommen: Was ist eigentlich aus dem ambitionierten Mittelfeldspieler geworden, der im Sommer noch mit großem Selbstbewusstsein in die Hauptstadt zurückkehrte?

Der einst selbstbewusste neuzugang

Als Jensen vor dieser Saison vom Karlsruher SC nach Berlin kam, wirkte er voller Energie und Tatendrang. Er selbst beschrieb sich als „ekliger Achter, so ein kleiner Giftzwerg“, der mit und gegen den Ball seine Qualitäten ausspielen kann. Diese fußballerischen Eigenschaften hat er nicht verloren, doch unter Trainer Stefan Leitl scheint er aktuell nicht ins Konzept zu passen.

Die Verletzungshistorie des 28-Jährigen kompliziert die Situation zusätzlich. Nach seinem Wechsel kam es zu einem Muskelriss im Oberschenkel- und Adduktorenbereich, gefolgt von einem weiteren Faserriss und sogar einem Infekt. Obwohl er seit Februar wieder im Training ist, blieb ihm der Sprung in den Spieltagskader bisher verwehrt.

„Bei Leon war die Situation nicht ganz so einfach, weil er aus einer schweren Verletzung kam und seitdem nicht mehr so in Tritt gekommen ist“, erklärte Leitl am Freitag nach einem Gespräch mit Jensen. Die Erwartungshaltung sei klar kommuniziert worden: Leistung auf dem Platz ist entscheidend.

Konkurrenzkampf und die suche nach der form

Konkurrenzkampf und die suche nach der form

Die Konkurrenz im Mittelfeld von Hertha BSC ist derzeit immens. Eichhorn, Seguin, Sessa, Demme, Mamuzah Lum, Klemens und Dudziak kämpfen um die begehrten Plätze. Auch im offensiven Mittelfeld drängen Cuisance und Brekalo auf ihre Chance.

Jensen versuchte sich Mitte März in der U23, um Spielpraxis zu sammeln, doch auch dort liegt der Weg zum Durchbruch noch vor ihm. „Da ist gar nichts, was zwischen uns ist“, betonte Leitl. „Es geht darum, dass er wieder auf den Leistungsstand kommt, auf dem er war, als er hierher kam. Das ist er momentan in unserem Gefühl noch nicht.“

Der anstehende Umbruch im Sommer wird die Situation im Mittelfeld weiter verändern. Mit dem Auslaufen der Verträge von Demme und Dudziak sowie der möglichen Abgabe von Eichhorn, der im Fokus mehrerer Topklubs steht, könnte sich für Jensen eine neue Chance ergeben. Doch ob er diese nutzen kann, hängt davon ab, ob er in den kommenden Wochen seine Form findet und Leitl von seinen Qualitäten überzeugt.

Die Frage bleibt: Kann sich Jensen zurückkämpfen und seinen Platz im Team erkämpfen, oder wird seine Zeit bei Hertha BSC bereits nach kurzer Zeit zu Ende gehen? Die Antwort wird die kommenden Wochen zeigen.