Hc davos pulverisiert nach olympia den nächsten rekord – und schweigt schon auf meister-taktik

103 Punkte, 32 Siege, eine Gähn-Phase von exakt 14 Tagen: Die Knochenarbeit nach Peking war ein Blitzkurs gegen Ermüdung. Das Resultat trägt Namen: HC Davos. Nach dem 2:1 gegen Zürich und dem Dreier gegen Biel steht der Klub erstmals seit der Drei-Punkte-Regel über der magischen 100er-Marke – und nur zwei Zähler hinter dem ewigen Bestwert der ZSC Lions.

Die zahl, die trainer christian wohlwend jede nacht weckt

113 Punkte aus 2010/11? Egal. Die aktuelle Elf jagt keine Geister, sondern den Gegner. Die Bündner liefen in fünf der sechs Nach-Olympia-Spiele Torschützen an, kassierten dabei nur sieben Gegentore. Das Geheimnis liegt nicht im System, sondern in der Rotation: Holden schonte seine Top-Linie nie länger als 45 Sekunden, wechselte immer dann, wenn die Gegner ihre Schwerpunkte neu justieren wollten. Die Resultate: 4 Siege mit nur einem Gegentor, zwei Powerplay-Tore in Überzahl nach Time-out – ein Detail, das Videoanalyst Roger Albrecht als „Sekunden-Pattern“ ablegt.

Die Liga schaut neidisch. Seit Erweiterung auf 14 Klubs schraubten 2023/24 drei Teams ihre Bestmarke nach oben, 2024/25 nur Lausanne. Nun also Davos – und das, obwohl die Saison davor mit 86 Punkten nur Platz fünf bedeutete. Manager Jan Alston nennt das „metabolische Reifung“: ein junges Kader, das Defensiv-Last mit Offensiv-Irritation verbindet. Beispiel: Verteidiger Sandro Aeschlimann führt die Liga in erfolgreichen Dribblings aus der eigenen Zone – ein Stilmittel, das früher als „riskant“ galt, heute aber die erste Angriffswelle direkt entfesselt.

Warum berns 111 punkte plötzlich makulatur sind

Warum berns 111 punkte plötzlich makulatur sind

2007/08 bastelten die Berner an der 50-Runden-Premiere und legten den Benchmark. 17 Jahre später jagen sie immer noch 100-Punkte-Saisons, doch die 111 stehen wie ein Denkmal ohne Update. Der Unterschied: Tempo. Davos’ Schnitt liegt bei 27,4 Schüssen pro Spiel nach eigenen Angaben – ein Plus von 6 % gegenüber dem letzten Jahr. Die Konsequenz: Gegner kommen seltener zur zweiten Welle, weil der erste Schuss schon wieder in der neutralen Zone aufläuft.

Die playoffs beginnen im kopf – und da schaltet davos bereits auf meister-modus

Die playoffs beginnen im kopf – und da schaltet davos bereits auf meister-modus

Josh Holden warnt vor „Rekord-Euphorie“ und erlaubt seiner Mannschaft nur einen Tag Feier. Dann geht’s ins Video-Camp. Gegneranalyse, Distanz-Schüsse, Faceoff-Patterns – alles bereits durchdekliniert bis ins Viertelfinale. Die Botschaft: Punkte sind Spielgeld, Tore sind Lebensversicherung. Wer in Davos derzeit „Hundert“ sagt, bekommt ein Nicken – und den Satz: „Nächstes Ziel 16.“ Gemeint sind die nötigen Playoff-Siege. Alles andere ist Statistik. Die Saison ist erst dann historisch, wenn der Poket in den Koffer Richtung Bündner Alpen wandert.