Havertz weist leverkusens dank zurück: „ich war nur die kasse, nicht der motor“

Kai Havertz hat der Geschäftsstelle von Bayer Leverkusen einen verbalen Tritt verpasst. 80 Millionen plus Boni – das war 2020 der Preis für seinen Abschied nach London. Nun, vier Jahre später, feiert die Werkself das Double und erklärt den Deal zum Grundstein. Havertz lacht dünn. „Ich habe wirklich gar keinen Part daran“, sagt er vor dem Champions-League-Rückkehrspiel mit Arsenal. Die Botschaft: Geld stinkt, Titel riecht nach Schweiß.

Die rechnung, die nicht aufgeht

Die rechnung, die nicht aufgeht

Simon Rolfes, Sportchef der Rheinländer, hatte die Transfersumme immer wieder als „Fundament“ für den Kader 2024 bezeichnet. Daraus resultierte ein Narrativ: Ohne Havertz keen Alonso, kein Xhala-System, kein Rekordjahres. Faktisch korrekt – emotional ein Eigentor. Denn der heute 24-Jährige spürt, wie sein Name instrumentalisiert wird für einen Erfolg, an dem er nicht mal auf der Bank saß.

Havertz kontert mit Sportsgeist: „Der ganze Erfolz geht an das Team, an die Coaches, an die Fans.“ Dreimal wiederholt er das Wort „an“ – wie ein Schlag auf den Tisch. Er schaut von England aus zu und freue sich „unendlich“, sagt er. Klingt nach Professionalität, riecht aber auch nach Distinktion. Wer sich selbst zur Bank erklärt, will nicht zum Denkmal erstarren.

Die Ironie: Mit Chelsea gewann er 2021 die Champions League, jetzt trifft er mit Arsenal auf seinen Jugendklub. Die 80 Millionen sind längst verjubelt, die Erinnerung bleibt. Für Leverkusen ist er der Glücksbringer, für sich selbst nur der Glückskäfer, der weiterfliegt. Kick-off Mittwoch, 18.45 Uhr – und eine Rechnung, die nieter nie beglichen wird.