Havertz brennt auf bayer-heimspiel: „ich will nur gewinnen“

Kai Havertz tritt am Mittwochabend in der Champions League auf dem Platz auf, auf dem er einst vom Talent zum Top-Star reifte. Für den 26-Jährigen ist die Partie zwischen Arsenal und Bayer Leverkusen kein Sentimental-Trip, sondern ein klarer Job: drei Punkte holen.

„Zu meinem Ausbildungsklub zurückzukommen, ist toll“, sagte er am Dienstag, doch die Stimme blieb ruhig, als würde er eine Taktik erklären. „Ich bin hier, um das Spiel zu gewinnen.“ Kein Seufzer, keine Träne, nur ein Auftrag.

Erinnerungen bleiben draußen

Zehn Jahre Bayer, vier als Profi – das prägte ihn. Er sah Menschen, die ihn damals als Teenager auf dem Trainingsgelände begrüßten, und er sah die BayArena, in der er sein erstes Bundesliga-Tor erzielte. „Es fühlt sich an, als wäre ich erst gestern hier gewesen, dabei ist es sechs Jahre her“, sagt er. Doch dann kommt der Schnitt: „Ich bin dem Verein für immer dankbar, aber jetzt trage ich ein anderes Trikot.“

Die Verletzungsmisere der Vorsaison hat ihn gelehrt, dass Rückschläge dazugehören. Zwei Operationen, monatelang kein Rasengeruch. „So eine Herausforderung hatte ich noch nie“, gibt er zu. Nervosität? Fehlanzeige. „Ich fühle mich zu 100 Prozent bereit.“

Arsenal plant mit vollen kapazitäten

Arsenal plant mit vollen kapazitäten

Sein Trainer Mikel Arteta bestätigt: „Kai ist seit drei Wochen total konsistent.“ Die medizinische Abteilung warnt trotzdem vor einem zu frühen Vollgas-Dauermodus, also baut Arsenal ihn Stück für Stück auf. Der Spanier weiß, dass der Mittelfeldstratege die Champions-League-K.o.-Phase mit einem einzigen Pass öffnen kann.

Der Blick richtet sich auf Chelsea 2021. Havertz gewann damals die Königsklasse. „Wir hatten viele erfahrene Spieler, so wie wir es jetzt auch haben“, sagt er. Die Parallele liegt auf dem Tisch: Arsenal hat die Reife, jetzt muss es die Konstanz zeigen.

Mit Martin Ødegaard fällt ein Leistungsträger aus, doch Calafiori und Trossard reisen mit. Saliba, Gabriel, Rice und Zubimendi sind einsatzbereit. Die Marschroute steht: kein Spielraum für Manöver, nur ein Sieg zählt.

Havertz wird in der Kabine sitzen, die Kopfhörer absetzen und rauslaufen – nicht als Bayer-Jung, sondern als Arsenal-Krieger. Die alten Fotos bleiben im Handy, die neue Story wartet auf dem Rasen. Er hat sie schon einmal geschrieben, und er glaubt, dass er sie wiederholen kann.