Havelse steigt ab: endgültiges aus für die blau-gelben in der 3. liga
Der Traum von der zweiten Saison in der 3. Liga ist für den TSV Havelse geplatzt. Zwei Spieltage vor Saisonende steht der Abstieg in die Regionalliga Nord fest – ein Schlusspunkt einer Achterbahnfahrt, die viele Fans enttäuschte.
Ein holpriger saisonstart prägt die havelseer
Die Saison begann für Havelse alles andere als vielversprechend. Die ersten 14 Spieltage waren von einer erschreckenden Sieg- und Punktelosigkeit geprägt. Havelse dümpelte im Tabellenkeller vor sich hin und schien sich dort festzusetzen. Erst am 15. Spieltag, gegen den ebenfalls kriselnden SC Verl, gelang der erste Erfolg – ein 2:1-Sieg im Eilenriedestadion, der Hoffnung weckte. Doch das Blatt sollte sich nicht wenden.
Obwohl der TSV Havelse in der Folge sechs weitere Siege und einige bemerkenswerte Leistungen vorweisen konnte, reichten diese nicht, um den Rückstand auf die rettenden Ufer aufzuholen. Die Mannschaft zeigte zwar kämpferischen Geist und Moral bis zum Schluss, doch die Defensive wusste schlichtweg nicht zu überzeugen. 81 Gegentreffer sprechen eine deutliche Sprache.

Fehlendes offensivkonzept und verpasste chance
Lange Zeit fehlte Havelse ein klarer, durchdringender Offensivplan. Das Team agierte oft zu passiv und verließ sich auf die individuelle Klasse von Spielern wie Julius Düker oder Nassim Boujellab. Erst nach der Winterpause gelang es, das Spiel mehr in die Hand zu nehmen und das Zusammenspiel in der Offensive zu verbessern. Das bessere Gefüge führte zwar zu mehr Punkten, doch die Chance auf den Klassenerhalt verpuffte.
Die Saison 2020/21, in der Havelse ebenfalls abstieg, scheint sich in einer bitteren Wiederholung zu befinden. Dennoch darf diese Saison nicht als reine Katastrophe gewertet werden. Die Formkurve stieg trotz vergleichsweise bescheidener finanzieller Mittel stetig an. Wenn der Kern der Mannschaft erhalten bleibt, spricht nichts dagegen, dass der TSV Havelse in den kommenden Jahren den Weg zurück in die 3. Liga finden kann. Im Gegensatz zu den finanziellem stärker aufgestellten Mitabsteigern, Schweinfurt 05, hat Havelse hier gute Karten.
Ein weiteres Beispiel für die Herausforderungen der 3. Liga ist der Abstieg von Erzgebirge Aue, das ab nächster Saison erstmals in der Vereinsgeschichte in der Regionalliga Nordost spielen wird. Der Klassenverbleib war für Aue ebenso unerreichbar.
Der Abstieg ist schmerzlich, aber er bietet Havelse die Chance, neu anzufangen und sich auf die Rückkehr in die 3. Liga vorzubereiten. Die Blau-Gelben müssen jetzt die richtigen Schlüsse ziehen und mit neuer Energie in die nächste Saison gehen.
