Hauser hängt die schuhe an den nagel: österreichs wm-heldin verabschiedet sich

Sie stand auf dem höchsten Treppchen der Welt, jetzt tritt sie zurück. Lisa Theresa Hauser, die erste Biathlon-Weltmeisterin Österreichs, beendet nach dem Weltcup-Finale in Oslo ihre Karriere – mit 32 Jahren, vier WM-Medaillen und dem Ruf, das Gesicht des Sports in den Alpen republik gewesen zu sein.

„Der zeitpunkt ist gekommen“

Die Nachricht kam ohne große Vorbereitung. Der Österreichische Skiverband verkündete am Mittwochabend, dass Hauser nach dem Saisonende in Oslo die Ski in den Schrank stellt. „Der Sport ist nicht mehr das Wichtigste für mich“, sagte sie selbst. Die Energie, die sie jahrelang in Stress, Druck und Wettkämpfe gesteckt hatte, wolle sie nun für ein neues Kapitel nutzen. Keine Tränen, kein dramatischer Abschied – nur die nüchterne Einsicht, dass sich die Prioritäten verschoben haben.

Hausers größter Moment bleibt der 21. Februar 2021. In Pokljuka stand sie nach 12,5 km Massenstart als Goldmedaillengewinnerin da – als erste Österreicherin überhaupt. Es war der Höhepunkt einer Laufbahn, die 2012 mit dem Weltcup-Debüt begann und sich über 14 Jahre zog. Sechs Weltcupsiege, die kleine Kristallkugel in der Einzelwertung, vier Olympia-Teilnahmen – Zahlen, die sie zur erfolgreichsten Biathletin des Landes machen.

Ein abschied, der überraschend kommt

Ein abschied, der überraschend kommt

Überraschend deshalb, weil Hauser in dieser Saison noch auf dem Podest stand. In Otepää lief sie mit der Mixed-Staffel auf Platz drei, in der Verfolgung wurde sie Fünfte. Doch wer genau hinsah, bemerkte, dass sie nach den Rennen nicht mehr von „nächster Saison“ sprach, sondern von „neuen Plänen“. Jetzt ist klar: Diese Pläne haben nichts mehr mit Schießtraining und Loipen zu tun.

Für den ÖSV verliert er eine Identifikationsfigur. Hauser war nicht nur erfolgreich, sie war auch glaubwürdig – eine Sportlerin, die sich für Nachhaltigkeit einsetzte und selbst Ironman-Distanzen lief, um ihre Ausdauer zu testen. Ihr Rückzug hinterlässt eine Lücke, die nicht so schnell zu schließen ist. Die nächste Generation schaut jetzt auf Franziska Preuß und Lena Repko, doch ein neues Gesicht wie Hauser wird nicht so schnell auftauchen.

Am Wochenende in Oslo wird sie ein letztes Mal an den Start gehen. Keine Tränen, keine große Show – nur ein kurzer Handschlag und ein Blick zurück auf 14 Jahre, in denen sie Österreichs Biathlon-Sport revolutionierte. Dann wird sie die Ski einpacken und ein neues Kapitel beginnen. Der Sport verliert eine seiner stillen Größen – und gewinnt eine Geschichte, die man so schnell nicht vergisst.