Hauk kehrt zurück, walldorf patzt: 2:2 gegen fulda trotz traumtor
Roman Hauk war sieben Monate außer Gefecht, am Samstag stand er wieder in der Startelf – und trug die Kapitänsbinde. Das 2:2 gegen Barockstadt Fulda-Lehnerz schmeckt dem FCA wie ein halbes Krankenhausessen: nährt, aber langweilt.
Der lange weg zurück
Hauk hatte sich im Oktober einen Fersenbeinbruch zugezogen, das war’s dann mit Alltagstraining, mit Zweikämpfen, mit Luft. „So lange war ich noch nie raus, seit ich Fußball spiele“, sagt er, während er nach dem Spiel mit verschwitzten Haaren am Zaun steht. Drei Kurzeinsätze in den vergangenen Wochen, jetzt 90 Minuten voller ungewohnter Ruhe: gewohnt zweikampfstark, vorausschauend klärend, ein Rückraum-Manager in Stutzen. Die harte Reha war sein zweiter Job, bezahlt mit Schweiß und Langeweile. „Dafür macht man die ganze harte Arbeit“, sagt er knapp, als wäre das die selbstverständlichste Sache der Welt.
Doch es lief nicht alles rund. Ohne den erkrankten Marcel Carl fehlte im Aufbau die erste Anspielstation, die ersten zwanzig Minuten ein einziges Stocken. Fulda spielte sich mutig in die Walldorfer Halbräume, Tobias Göbel nutzte eine flache Hereingabe zum 0:1. Die Gäste hatten zwei Siege in Serie im Rücken, das Selbstvertrauen saß in jedem Zweikampf. „Die ersten 20 Minuten haben wir keine Lösungen gefunden“, gibt Hauk offen zu. Die Folge: ein Ruck, aber kein Rückschlag.

Traumtor und offene flanke
Kurz nach Wiederbeginn feuerte Maximilian Waack aus 22 Metern einen Freistoß in den Winkel – 1:1. „Ich hab noch gedacht, warum versucht er es überhaupt aus der Position“, lacht Trainer Andreas Schön, „einfach überragend.“ Iosif Maroudis schraubte das 2:1 hinein, ein Solo über halbrechts, Fulda wankte. Die Vorentscheidung lag in der Luft, doch die Konter blieben halbgar. Die Bestrafung folgte auf dem Fuß: eine verlorene Flanke, ein sträflich alleingelassener Göbel, 2:2. „Es war aber auch gut, nicht verloren zu haben“, sagt Schön mit dem Ton eines Mannes, der weiß, dass Punkte im Mai zählen, nicht Schönspielerei.
Die Tabelle ist ein offenes Buch, jeder Punkt ein Lesezeichen. Walldorf bleibt im Soll, Fulda im Aufwind. Und Hauk? Er stapft mit verschmierten Hosenknieen Richtung Kabine, die Binde noch am Arm. Sieben Monate waren genug, um zu begreifen, dass 90 Minuten nie nur 90 Minuten sind. Nächste Woche geht’s weiter, dann wieder mit Carl, vielleicht ohne Wackler. Hauks Fazit fällt kurz aus: „Endlich wieder drin.“ Mehr muss er nicht sagen, die Zahl 2:2 steht für sich.
