Hase/volodin liegen in prag vor gold: 0,33 punkte vorsprung nach weltklasse-kür

Die O2-Arena kochte, die Tango-Note setzte ein – und Minerva Fabienne Hase steuerte mit Nikita Volodin direkt auf die deutsche Eiskunst-Krönung zu. 79,78 Punkte im Kurzprogramm, 0,33 Vorsprung auf Georgiens Traumpaar Metelkina/Berulawa. Das reicht, um in der Kür von Donnerstag (18.15 Uhr) den Sack zuzumachen und das erste deutsche WM-Gold im Paarlauf seit 2017 zu holen.

Die revanche nach olympia-patzer ist in reichweite

In Mailand hatten sie zur Halbzeit geführt, dann die Axel-Sequenz vermasselt – Bronze statt Silber. Diesmal ließen sie nichts anbrennen. Volodins Absprung beim Side-by-Side-Dreier saß millimetergenau, Hase’ Split-Twist bekam Level 4, und selbst die sonst so kritischen Choreografie-Notes bewegten sich im oberen Bereich. Das Publikum spürte: Das Berliner Duo spielt nicht mehr mit der Angst, sondern mit der Musik.

hinten dran liegt nur Kanadas Pereira/Michaud (75,52), weil deren Todestwist leicht unrund wirkte. Die japanischen Olympia-Sieger Miura/Kihara fehlen komplett – ein krankheitsbedingter Rückzug, der das Feld öffnet wie ein Fallrückzieher ins leere Tor. Hase/Volodin gingen als Letzte aufs Eis, spürten den Druck nicht, sondern die Energie. „Wir haben diesmal nicht gerechnet, wir haben einfach getanzt“, sagte Hase, noch ehe die 79,78 auf der Anzeige erschien.

Neben den sternen laufen die reservisten

Neben den sternen laufen die reservisten

Weiter hinten im Tableau rutschte das zweite deutsche Paar Hocke/Kunkel auf Rang zehn. Ein Salchow-Sturz kostete vier Punkte – genau die Differenz zu Platz sechs. „Ich spürte schon im Absprung, dass die Kante wegbricht“, sagte Hocke mit tranenfeuchten Augen. Trotzdem: Das EM-Dritte von 2025 bewies Moral, steigerte sich nach dem Fehler noch einmal und festigte den Weltcup-Status für die nächste Saison.

Die DEU schickt mit Genrikh Gartung zudem den jüngsten Teilnehmer der Männer-Konkurrenz ins Rennen. Der 18-jährige Vierfachspringer debütiert am Donnerstagmittag – ohne Druck, aber mit der Chance, die Zukunft schon jetzt zu verkünden. Und im Eistanzen wollen Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan die Olympia-Enttäuschung ablegen, indem sie erstmals seit drei Jahren wieder ins Kür-Finale einziehen.

Die deutsche Eiskunst brennt derzeit auf drei Flammen. Doch die heißeste liegt bei Hase und Volodin. 0,33 Punkte – das ist weniger als ein Atemzug auf 4000 Quadratmetern Eis. In 24 Stunden wissen wir, ob dieser Atemzussatz reicht, um die deutsche Sportgeschichte zu erweitern. Die Kür beginnt, das Gold wartet – und die Tango-Musik ist noch nicht zu Ende.