Hart attackt tudor: torwart-austausch nach 17 minuten ist eine schande
Joe Hart hat sich bei TNT Sports empört die Krawatte zerrissen – und dabei die Tottenham-Bank wortwörtlich aufgerüttelt. Grund: Igor Tudor zog Schlussmann Kinsky nach 17 Minuten und zwei Patzern gegen Atlético Madrid vom Feld. Für Hart „unbegreiflich und menschlich verwerflich“.
Der 22-jährige wurde öffentlich bloßgestellt
Tudors kalte Reaktion war keine taktische Feinjustierung, sondern ein Exempel. Kinsky, bis dato un unbeschriebenes Blatt, stand plötzlich im Mittelpunkt eines 5:2-Debakels. „Wenn du einem jungen Spieler das Vertrauen gibst, ihn dann aber sofort abstraftest, zerstörst du mehr als nur eine Karriere“, sagt Hart. „Du zerstörst seine Seele.“
Hart kennt die Lage. 2008 wurde er bei Manchester City einst nach einem Blackout gegen Newcastle ausgewechselt – damals wie heute spielte die Ersatzbank eine Rolle. Der Unterschied: „Man hat mich nach dem Spiel in die Kabine begleitet, nicht vor laufender Kamera ans Kreuz genagelt.“

Vicario kam, aber die wunde blieb offen
Mit Guglielmo Vicario rückte ein Routine-Mann zwischen die Pfosten, doch die Dynamik war schon zerbrochen. Die Spurs kassierten weitere Treffer, die Anhangs-Pfeifkonzerte richteten sich bald gegen Tudor statt gegen Kinsky. Hart: „Die Jungs spielen nicht mehr für den Trainer, sie spielen vor ihm.“
Die Statistik spricht Bände: Dreimal in Folge kassierte Tottenham vier oder mehr Gegentore – eine Serie, die es unter Ange Postecoglou nie gab. Die Frage ist nicht mehr, ob Tudor an der Reihe ist, sondern wie lange die Geschäftsführung ihre Nerven behält.

Ein präzedenzfall mit signalwirkung
Hart fordert eine Kehrtwende im Umgang mit jungen Torhütern. „Buffon, Neuer, Schmeichel – alle haben sie Spiele versaut. Aber niemand hat sie öffentlich ans Kreuz genagelt.“ Sein Appell: „Behandle Keeper wie Menschen, nicht wie austauschbare Datenpunkte.“
Am Ende zählt nur ein Wert: Selbstvertrauen. Und das liegt für Kinsky derzeit tiefer als der letzte Ball, der an ihm vorbeistrich. Tottenham hat gewonnen, was es verdient – eine handfeste Krise und einen Anführer, der vor lauter Angst vor Fehlern keine Entscheidung mehr trifft.
