Harden in houston geknackt: nba-star kurz vor 4 uhr wegen waffe im auto festgenommen

Der große Bart, sonst Symbol für seine lässige Extraklasse, war um 3:41 Uhr nur noch eine Silhouette im Scheinwerferlicht der Polizei. James Harden, 37-jähriger Olympia-Goldheld und seit Februar Lebensversicherung der Cleveland Cavaliers, musste in Houston seinen AMG an den Straßenrand dirigieren – Grund: eine sichtbar im Fond liegende Handfeuerwaffe. Sekunden später klickten Handschellen.

Das geständnis kam sofort

„Die Waffe gehört mir“, soll Harden laut Justizkreisen knapp erklärt haben. Die Beamten nahmen ihn mit, die Akte landete in der Nachtschicht. Die Kaution: lächerliche 100 Dollar – weniger als zwei Courtside-Tickets. Gegen 5 Uhr wieder auf freiem Fuß, aber mit einem Termin am 22. Juni vor Gericht.

Die Szene wirft Fragen auf, die über Texas hinausgehen. Denn Harden ist kein Neuling, der sich in dunklen Ecken verirrt. Er ist der All-Star, der die Cavs erst vor zwei Monaten mit 19,2 Punkten im Schnitt bis ins Conference-Finale schleuderte und in Cleveland bereits als Play-off-Booster gefeiert wird.

Von mvp zu mug shot in einer nacht

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Erinnerungen an 2018, als er in Houston den MVP-Titel holte und die Liga mit seiner Step-back-Jumper-Kunst deklassierte, verblassten schlagartig. Die Rockets-Zeit, die elf All-Star-Einsätze, das Olympiastadion von London 2012 – allesamt Glanzlichter, die nun von einem einzigen Polizeibericht überlagert werden.

Während die Cavs-Front um Präsident Koby Altman die Lippen fest aufeinanderpresst, kursiert im Liga-Apparat bereits das Wort „image damage“. Die NBA liebt ihre Markengesichter, aber sie liebt sie diszipliniert. Commissioner Adam Silver hat Spieler wegen deutlich weniger PR-Desastern zur Rechenschaft gezogen.

Texas, waffen und die grauzone der promis

Texas erlaubt offenes Tragen, doch das Gesetz wird bei Autos eng ausgelegt. Hinzu kommt: Hardens Waffe war geladen, wie aus Ermittlerkreisen verlautet. Für eine Figur von seinem Kaliber eine erschreckende Leichtsinnigkeit. Sponsoren wie Adidas, die ihn seit Jahren als „Kreativchef“ inszenieren, rechnen intern bereits mit Imageverlust.

Am Practice Facility in Independence herrscht Funkstille. Trainer J.B. Bickerstaff verweigert jede Stellungnahme, die Mannschaft trainiert unter Ausschluss der Presse. Nur ein Insider flüstert: „Wenn das vor den Finals passiert wäre, wäre die Saison gelaufen.“

Die Uhr tickt. In 21 Tagen muss Harden vor Richterin Leslie Brinkley erscheinen. Eine Verurteilung wegen illegalen Waffenbesitzes kann in Texas 180 Tage Gefängnis oder 2.000 Dollar Strafe bedeuten – lächerlich niedrig für einen Mann, der in dieser Saison noch 47 Millionen Dollar kassiert.

Für die Cavs wird der Vorfall zum Stresstest. Ohne Hardens Erfahrung droht im kommenden Jahr ein Play-off-Absturz. Und für die Liga? Ein weiteres Beispiel dafür, dass Superstars nicht immun sind gegen die eigenen Fehler. Hardens Bart mag noch wachsen, der Ruf ist in dieser Nacht ein Stück geschrumpft.