Hansa rostock stürmt nach wiesbaden: holten jagt den nächsten doppelpack

Am Freitag rollt der Ball, und mit ihm die Kugel, die über die Zukunft der 3. Liga entscheidet. Hansa Rostock gastiert bei Wehen Wiesbaden – ein Aufeinandertreffen, das beide Klubs als Sechspunktspiel verbuchen. Die Hanseaten reisen mit breiter Brust an, denn sie haben in den letzten vier Partien zehn von zwölf Punkten geholt. Der Gegner dagegen ist daheim eine Festung: sieben Siege in sieben Heimspielen unter Coach Daniel Scherning. Ein Spitzenspiel, das sich selbst übertreffen will.

Brinkmann setzt auf insiderwissen und dänische power

Daniel Brinkmann, Trainer des FC Hansa, schickt seine Mannschaft mit zwei Assen ins Rennen. Erstens: Florian Carstens. Der 1,92-Meter-Hünen kehrt in die Britta-Arena zurück, wo er fünf Jahre lang die Abwehr kommandierte. „Er kennt jeden Rasenfaser persönlich“, sagt Brinkmann trocken. Gespräche mit dem Innenverteidiger liefen bereits, heimliche Scouting-Notizen inklusive. Zweitens: Emil Holten. Der dänische Stürmer schoss nach Ryan Naderis Abgang sieben seiner zehn Saisontore – vier allein in den letzten vier Spielen. „Er ist ein Energiebündel, das nicht mal zum Wassertrinken pausiert“, schwärmt Brinkmann.

Die Zahlen sprechen für Rostock: 5:1 gegen Duisburg, 2:0 in Essen, 1:0 gegen Verl. Die Moral ist laut, die Tabelle dicht gedrängt. Ein Sieg in Wiesbaden würde die Hanseaten auf Aufstiegskurs bringen. Doch die Hessen kennen keine Gnade. Ihre Heimbilanz liest sich wie ein Kriegstagebuch der Konkurrenz: 3:1 gegen Cottbus, 2:1 gegen Verl, 6:1 gegen Duisburg. Wer hier punkten will, muss mehr als nur Fußball spielen – er mute sich an die Schmerzgrenze.

Dirkner fällt aus, holten will nachlegen

Dirkner fällt aus, holten will nachlegen

Die personelle Lage hat einen Riss: Jonas Dirkner zog sich eine Teilruptur des Innenbands zu und fällt für mehrere Wochen aus. Für Brinkmann ein Verlust, aber kein Drama. „Wir haben genug Kreativität im Mittelfeld, um die Lücke zu schließen“, sagt er. Holten wird seine Laufwege ebenso erweitern wie Mittelstädt und Malone. Die Taktik ist klar: früh stören, die Zentrale dicht machen, dann mit Tempo auf die Außen umschalten. Wiesbaden wird mit Ballbesitz kommen, Rostock mit Kontern antworten.

Für Carstens ist es mehr als ein Spiel. „Ich habe hier Freunde, aber für 90 Minuten sind das Gegner“, sagt er. Die Fans des SVWW werden ihn mit Pfiffen empfangen, seine neue Anhängerschaft mit Gesängen. Inmitten dieses Spannungsfelds will er den entscheidenden Kopfball setzen. Die Quoten sind offen, die Atmosphäre wird kochen. Anpfiff 19 Uhr, danach wissen wir, wer im Aufstiegsrennen die Nase vorn hat.