Hansa rostock kämpft sich zurück – und doch: pyro-show überschattet sieg
Rostock – Ein Sieg gegen einen direkten Konkurrenten, ein Comeback des Kapitäns und die Tabellenführung festigen: Für Hansa Rostock schien alles beim Alten zu sein. Doch die Freude über den knappen 2:1-Erfolg gegen Verl wurde von unsportlichem Verhalten im eigenen Anhang getrübt. Ein Sieg, der schmeckt, aber auch Fragen aufwirft.
Druck pur in der sportclub-arena
Die Bedeutung des Spiels für beide Teams war von Beginn an klar, was sich in einer intensiven Atmosphäre in der kleinen Sportclub-Arena widerspiegelte. Rund 2000 Hansafreunde sorgten für eine respektable Kulisse, die jedoch von einigen negativen Elementen überschattet wurde. Die erste Halbzeit gehörte klar Verler. Nach einer zunächst ausgeglichenen Partie erzielte Berkan Taz in der 38. Minute durch einen direkten Freistoß die Führung für die Gäste. Ein verdienter Treffer, der die Rostocker in Verlegenheit brachte.

Brinkmanns ansprache wirkt – pfanne kehrt zurück
Die Kabine muss zur Pause gebrannt haben. Trainer Daniel Brinkmann fand drastische Worte, wie Kapitän Franz Pfanne nach dem Spiel bei MagentaSport verriet. “Es hat mal ein bisschen geknallt”, so Pfanne, der nach langer Verletzungspause wieder in der Startelf stand. Und die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Mit neuer Energie kamen die Rostocker aus der Pause, setzten Verl früh unter Druck und gewannen Zweikämpfe, die zuvor verloren schienen. Innerhalb von fünf Minuten gelang es Hansa durch Jonas Dirkner und Marco Kinsombi, das Spiel zu drehen.

Chaoten trüben das bild – schiedsrichter-verlängerung
Die Führung wurde danach mit großer Leidenschaft verteidigt, wobei die Nachspielzeit von 15 Minuten durch unsportliches Verhalten von Hansa-Fans verlängert wurde. Im Gästeblock soll ein kleines Feuer ausgebrochen sein, was den Schiedsrichter zu Unterbrechungen zwang. Bereits in der ersten Halbzeit wurden Verler Spieler mit Gegenständen beworfen – ein Akt, der nicht zu entschuldigen ist. „Was ich gesehen habe, war eine kleine Flasche Feigling. Und die kann wehtun. Das ist richtig scheiße.“, so Brinkmann empört.

Rostock schielt nach cottbus – vier punkte rückstand
Trotz des unschönen Zwischenfalls überholt Hansa den direkten Konkurrenten aus Verl und befindet sich mit vier Punkten Rückstand auf Energie Cottbus auf Kurs für die Aufstiegsränge. “Wenn wir am Ende oben stehen wollen, dann müssen wir fast alle von diesen Spielen gewinnen”, betonte Brinkmann, der sich zudem über den mutlosen Auftritt seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit beklagte. Die Mannschaft wusste, was auf sie zukam, hatte aber anfangs Schwierigkeiten, sich dem Spiel der Gastgeber anzupassen. Die Stärke im Passspiel von Verl und die mannorientierte Pressingtaktik waren bekannt, doch die Umsetzung ließ zu wünschen übrig.
Die Kogge hat im Laufe der Saison bereits wichtige Siege gegen die direkten Konkurrenten gefeiert, doch die kommenden Aufgaben werden entscheidend sein. Mit sechs Spieltagen vor Saisonende gilt es, die Hausaufgaben zu machen und die Chance auf den Aufstieg zu nutzen.
