Hannes steinbach verabschiedet sich mit 25-punkte-show – nba-ruf kaum noch aufzuhalten
Die Uhr tickt. Mit 16 Rebounds und 25 Punkten war Hannes Steinbach zuletzt der letzte Aufbäumer der Washington Huskies, doch die 82:85 gegen Wisconsin besiegelte mehr als nur das Aus im Big-10-Turnier. Für den Würzburger war es vermutlich die letzte College-Partie – und alle Beteiligten wissen es.
Seattle liegt ihm zu füßen, er blickt schon richtung draft
Coach Danny Sprinkle probierte es trotzdem: „Wir werden alles versuchen, um ihn zum Bleiben zu bewegen. Die ganze Stadt Seattle sollte alles daran setzen, dass er noch ein Jahr hier spielt.“ Die Sentenz klang wie ein letzter Versuch, nachdem das March-Madness-Ticket bereits weg war. Denn Steinbach hat längst die Rechnung gemacht: Ein weiteres Jahr College würde ihm Millionen kosten. Aktuelle Mock-Drafts setzen den Power Forward konstant zwischen Pick 10 und 20, ein Stockwerk, in dem der Rookie-Vertrag allein 8,2 Millionen Dollar garantiert.
Die Zahlen sprechen für sich: 18,5 Punkte und 11,8 Rebounds pro Partie, kein Spieler schnappte in der gesamten Liga mehr Bälle vom Brett. Dazu Third-Team All-Big Ten und zweitbester Freshman der Conference. Für NBA-Scouts ist das kein Projekt mehr, sondern eine fertige NBA-Größe mit 2,08 m, 109 kg und einem bereits jetzt zuverlässigen Face-up-Game.

Abschied in der vergangenheitsform
„Es hat viel Spaß gemacht, für Washington zu spielen“, sagte Steinbach nach der Partie – und wählte bewusst das Perfekt. Humorvoll konterte Sprinkle die Draft-Frage: „Kein guter Junge, sehr mäßiger Spieler, sollte noch vier Jahre College machen.“ Beide lachten, aber der Wink mit dem Zaunpfahl ist unübersehbar. Die Huskies haben ihren Leader verloren, der deutsche Basketball steht kurz vor seinem nächsten NBA-Export.
Der nächste Stopp: Chicago. Dort findet vom 13. bis 19. Mai das NBA Draft Combine statt, wo Steinbach seine Messwerte gegen die amerikanische Elite erneut unter Beweis stellen wird. Für ihn beginnt dann die 48-stündige Show, die aus einem Bayern-Jungen einen Multimillionär machen kann. Seattle wird ihn nicht halten – und er selbst wirkt längt bereit für den Sprung.
