Handball-traum usa: warum der sprung über den atlantik so schwerfällt
- Der handball und die usa: eine langjährige sehnsucht
- Bohmann sieht gesättigte märkte
- Trautwein: das „riesenproblem“ der ncaa
- Olympische spiele als chance – aber ist sie realistisch?
- Althaus: anpassung an die amerikanische sportkultur
- Lemke: das problem mit dem namen „handball“
- Fazit: ein steiniger weg für den handball in den usa
Der handball und die usa: eine langjährige sehnsucht
Seit Jahrzehnten gibt es Bestrebungen, die Vereinigten Staaten für den europäischen Teamsport Handball zu begeistern. Trotz wiederholter Anläufe blieben nachhaltige Erfolge bisher aus. Die Gründe dafür sind vielfältig und komplex. Experten und Funktionäre äußern sich kritisch über die Chancen des Handballs auf dem amerikanischen Markt.

Bohmann sieht gesättigte märkte
Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga, erklärte im Rahmen einer Talkrunde in Melsungen: „Wir sind keine Weltsportart wie Basketball oder Volleyball, weil wir vor allem in Europa stattfinden.“ Er betonte, dass die Märkte in den USA bereits gesättigt seien, da die großen Ligen wie die NFL und NBA bereits große Anstrengungen unternehmen, um in Europa Fuß zu fassen.
Trautwein: das „riesenproblem“ der ncaa
Dennis Trautwein, Experte bei Octagon, sieht das Hauptproblem darin, dass Handball nicht in der National Collegiate Athletic Association (NCAA) verankert ist. „So wird Handball nicht in die Breite getragen“, so Trautwein. Er argumentiert, dass der amerikanische Sportmarkt bereits stark fragmentiert ist und Handball Schwierigkeiten hätte, sich gegen etablierte Sportarten durchzusetzen.
Olympische spiele als chance – aber ist sie realistisch?
Die Olympischen Sommerspiele in Los Angeles 2028 bieten zwar eine potenzielle Plattform für Handball in den USA, da die USA als Gastgeber automatisch ein Team stellen dürfen. Trautwein äußert jedoch Zweifel an der Realisierbarkeit: „Das ist wahrscheinlich die beste Chance, aber inwieweit diese Chance realistisch ist, halte ich für fragwürdig.“
Althaus: anpassung an die amerikanische sportkultur
Anja Althaus, Managerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft, sieht pragmatische Herausforderungen. Sie berichtet von Gesprächen mit Amerikanern, die Handball zwar „cool“ finden, aber die amerikanische Sportkultur eine andere ist. Sie schlägt vor, Handball in Viertel zu unterteilen, um Pausen für Essen, Trinken und Werbung zu schaffen, die in den USA einen größeren Stellenwert haben.
Lemke: das problem mit dem namen „handball“
Finn Lemke, Europameister von 2016, weist auf ein sprachliches Problem hin. In den USA wird „Handball“ oft mit einem Rückschlagspiel ohne Schläger in Verbindung gebracht, das dem Squash ähnelt. Er plädiert dafür, sich international auf einen einheitlichen Begriff zu einigen, um Verwirrung zu vermeiden. Er betont: „Wir müssen uns klar werden, wie wir weltweit heißen.“
Fazit: ein steiniger weg für den handball in den usa
Die Aussichten für den Handball in den USA sind derzeit düster. Neben den strukturellen Herausforderungen und der Konkurrenz durch etablierte Sportarten gibt es auch sprachliche und kulturelle Hürden zu überwinden. Eine erfolgreiche Etablierung des Handballs in den USA erfordert innovative Ansätze und eine langfristige Strategie. Die Olympischen Spiele bieten eine Chance, aber ob diese genutzt werden kann, bleibt abzuwarten.
