Handball-Trainer wird Entwicklungshelfer
Frank carstens reist in die usa
Vergangenen Mittwoch stieg Frank Carstens (54) in den Flieger nach Übersee. Um Urlaub zu machen, könnte man meinen. Aber weit gefehlt. Der ehemalige Trainer der TSV Hannover-Burgdorf (2007 bis 2010), des SC Magdeburg (2010 bis 2013), von GWD Minden (2015 bis 2023) und der HSG Wetzlar (2023 bis 2025) in der Daikin Handball-Bundesliga ist mit einem doppelten Auftrag in die Vereinigten Staaten gereist, seine jahrelange Expertise ist im Land der im Handball noch begrenzten Möglichkeiten gefragt.
Neuer trainer des los angeles handballteams
Carstens, von 2011 bis 2013 auch Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft, hat das Los Angeles Handballteam (LATHC) übernommen. Der Klub gehört dem ehemaligen US-Nationalspieler Lewis Howes (42), der sich in den USA inzwischen einen Namen als Buchautor gemacht hat. Howes hat große Ziele – deshalb rief er bei Carstens in Ostwestfalen an.
Ziele des lathc
Howes und sein Team von der Westküste wollen einerseits die California Eagles überflügeln. Jene Eagles, die zuletzt zwei Mal in Folge als Vereinsmeister von Nordamerika und der Karibik für die Klub-WM („Super Globe“) in Ägypten qualifizierten und dort zwei Mal Gruppengegner des SC Magdeburg waren. Mehr zum Thema
Popularisierung des handballs in den usa
Andererseits hat Howes es sich zur Aufgabe gemacht, den Handball in den USA populär und salonfähig zu machen. Denn für 2028 wurden die Olympischen Spiele nach Los Angeles vergeben.
Kritik an der fokussierung auf europa
Carstens ist neben Ikone Stefan Kretzschmar (52) ein weiterer Handball-Protagonist, dem eine Entwicklung nicht gefällt. Die Sportart fokussiert sich fast ausschließlich auf Europa und dort immer mehr auf die Nationen Deutschland und Dänemark, was die Vergabe der Ausrichtungen von Welt- und Europameisterschaften angeht. Die Männer-Weltmeisterschaften 2027 und 2029 sowie die EM 2032 wurden ganz oder in Teilen an Deutschland vergeben. Kretzschmar kritisierte bereits im Januar: „Katastrophal und auch nicht gut, dass man sich darüber freut, weil es die Internationalität unserer Sportart immer mehr gefährdet.“ Mehr zum Thema
Carstens' aufgabe in Übersee
Carstens über seinen – übrigens unbezahlten – Job in Übersee: „Da geht es um das Erlebnis und vor allem darum, den Handball weiter weltweit zu internationalisieren. Experten wie Stefan Kretzschmar haben nicht unrecht mit ihrer Ansicht, dass es dem Handball nicht guttut, wenn er sich nur noch auf internationale Turniere in Europa, speziell Deutschland oder Dänemark, fokussiert.“
Turniere und qualifikationen
Der deutsche Trainer wird die nächsten Monate zum Pendel-Coach. Das erste Turnier bestreitet er mit seiner Truppe aktuell in Chicago, das zweite im Dezember in Denver, ein drittes steigt Ende Februar in New York. Das erste Spiel mit seinem neuen Team gewann Carstens am Freitag 31:15 gegen San Francisco Calheat.
Qualifikation für die klub-wm 2026
Danach steht fest, wer sich für das End-Turnier um den Titel für Nordamerika und die Karibik qualifiziert hat. Dieses Event, das den Teilnehmer für die Klub-WM 2026 identifiziert, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder in einem Convention-Center eines Casino-Hotels in Las Vegas ausgetragen.
