Handball-luchse entkommen dem keller, leipzig jagt die spitze
Am 21. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga Frauen war nichts zu sehen von Torspektakeln, aber jede Menge Tabellenwahrheit. Die Handball-Luchse aus Rosengarten-Buchholz schaufelten sich mit einem 32:28 gegen Waiblingen Luft im Abstiegskampf, der HC Leipzig wartet am Abend auf Leverkusen, um den nächlichen Schlag in Richtung Erstliga-Rückkehr zu setzen.
Die luchse nutzen den letzten strohhalm
Kimberly Gisa traf sechsmal, ihre Kolleginnen drehten in Hälfte zwei die 13:15-Pleite in einen 32:28-Sieg. Damit wuchs der Vorsprung auf Rang 14 auf vier Punkte – ein Polster, das in den verbleibenden sieben Spielen über Liga-Rang oder -Abstieg entscheiden kann. Trainer Maik Lochmann atmete sichtbar durch: „Wir haben endlich wieder Tore erzielt, wenn sie wehtaten.“
Weiter unten im Klassement verpassten TuS Lintfort und SG 09 Kirchhof den Befreiungsschlag. Lintfort kassierte gegen Freiburg eine 20:28-Heimpleite, Kirchhof unterlag Mainz mit 32:36. Beide Teams bleiben im freien Fall, Lintfort stellt mit 5:35 Punkten das Schlusslicht, Kirchhof folgt mit 9:31 – und nur noch theoretischer Hoffnung.

Verfolgerduo leipzig setzt heimvorteil unter druck
Hinter Spitzenreiter Leipzig haben sich die Verfolger positioniert. Der Bergische HC schlug Rostock 28:20, Djazzmin Trabelsi war mit sechs Treffern die sichere Konstante in einem Spiel, das lange 10:10 verharrte, ehe sich die Löwinnen mit Drei-Tore-Vorsprung in die Kabine retteten. Auch TG Nürtingen festigte Rang vier mit einem 30:26 gegen Solingen-Gräfrath; Lisa Fuchs verwandelte zehn Mal, davon fünf per Siebenmeter – ein Personal-Monument, das Gegnerinnen zunehmend nervös macht.
Spannend bleibt der Kampf um Rang zwei. Der HC Rödertal rang Regensburg mit 28:24 nieder, Mor Shaul traf achtmal und stellte die Weichen früh: erstmalige Führung bei 10:9, spätestens beim 21:20 (48.) war klar, dass die Bienen nicht mehr wegzudrücken sind. Mit 31:13 Punkten liegen sie einen Zähler vor dem Bergischen HC und zwei vor Nürtingen – ein Dreikampf, der sich bis zum letzten Spieltag ziehen wird.

Leipzig gegen leverkusen – das duell der gegensätze
Ab 16 Uhr empfängt Tabellenführer HC Leipzig den Vorletzten Bayer Leverkusen. Die Sachsen haben 34:8 Punkte auf dem Konto, die Rheinländer stehen bei 13:27 – Statistik, die nach 20 Minuten auf dem Feld wenig bedeutet. Denn Leverkusen hat in den letzten Wochen gezeigt, dass sie in der Lage sind, Top-Teams in die Knie zu zwingen. Für Leipzig geht es aber nicht nur um zwei Punkte, sondern um den psychologischen Vorteil vor dem Topspiel in zwei Wochen gegen Rödertal.
Sollte Leipzig gewinnen, wäre der Vorsprung auf Verfolger Rödertal bei fünf Zählern, bei noch sechs ausstehenden Partien. Ein Polster, das selbst einer kleinen Schwächephase Stand halten würde. Verliert Leipzig dagegen, schmilzt der Abstand auf zwei Punkte – und die Liga bekommt eine neue Dramatik.
Die 2. Handball-Bundesliga Frauen liefert damit genau das, was Fans lieben: klare Favoriten, heiße Keller-Krimis und das Gefühl, dass jeder siebte Spieltag die Saison neu erfinden kann. Die Luchse jubelten, die Leipzigerinnen warten – und der Rest der Liga atmet erst einmal durch, bevor am Mittwoch der nächste Matchball fällt.
