handball-horror in leipzig, euphorie in hannover: semper auf dem weg zum em-held?
Ein traum kontraziert die realität
Für Franz Semper ist es gerade ein Wechselbad der Gefühle. Während er mit dem SC DHfK Leipzig in der Daikin Handball-Bundesliga auf eine Katastrophe zusteuert – lediglich ein Sieg, Tabellenplatz Letzter – sieht die Zukunft bei der bevorstehenden Europameisterschaft plötzlich rosig aus. Ein Halbfinaleinzug ist plötzlich nicht mehr nur eine Wunschvorstellung, sondern durchaus realistisch. Die Diskrepanz zwischen Verein und Nationalmannschaft könnte für Semper geradezu befreiend wirken.
Semper: lieber em-turnier als trainingslager
Die Aussicht auf internationale Erfolge scheint Semper enorm zu helfen, den Druck der Bundesliga-Misere zu vergessen. „Das kann auf jeden Fall so sein. Es war ziemlich nervig“, gesteht der Torwart. Er freut sich auf die Nationalmannschaft und die bevorstehenden Spiele. Das Foto von der Mannschaftsbesprechung in Hannover zeigt bereits die positive Stimmung. Die vorzeitige Abreise aus Leipzig ist für Semper ein willkommener Nebeneffekt.
Leipzig im freien fall – semper am boden
Die Situation beim SC DHfK Leipzig ist ernst. Als Tabellenletzter geht man in die HBL-Pause, mit einem enormen Rückstand von fünf Punkten. Der Druck ist immens, und Semper gibt offen zu, wie belastend die Situation ist: „Manchmal könnte ich im Auto in Tränen ausbrechen.“ Die Frage ist, ob der Torwart und seine Mannschaft es schaffen, den Abstiegskampf zu drehen. Ein erfolgreiches em-Turnier könnte jedoch wichtiges Selbstvertrauen für die restlichen 15 Spiele liefern.
Der psychologische faktor: selbstvertrauen tanken
Für einen Spieler, der bisher stets Höhenerlebnisse feierte, ist die Situation völlig neu. Zum ersten Mal in seiner Karriere steht Semper vor dem möglichen Abstieg. Das nagt an den Nerven. Ein Erfolgserlebnis bei der em könnte den nötigen Schub geben, um den Kopf wieder frei zu bekommen und sich neu zu fokussieren. Die Möglichkeit, sich mit der Nationalmannschaft zu beweisen, ist für ihn ein wichtiger Ausgleich zur schwierigen Situation in Leipzig.
Der optimismus bleibt: chancen im heimischen stadion
Trotz der düsteren Aussichten in der Bundesliga hält Semper an seiner Hoffnung fest. Er betont, dass der Spielplan in der Hinrunde nicht zum Vorteil des Teams gelaufen ist. Jetzt sieht er eine Chance: „Bis auf Wetzlar haben wir alle Teams der unteren Tabellenhälfte bei uns daheim.“ Dies könnte der Schlüssel zum Verbleib in der HBL sein. Die Heimspiele bieten die Möglichkeit, wichtige Punkte zu holen und den Abstand zum rettenden Ufer zu verringern.
Der schiri-patzer und die aussichten für die zukunft
Neben den sportlichen Herausforderungen sorgte kürzlich ein umstrittener Schiedsrichterpfiff für zusätzliche Verwirrung (siehe Artikel: „Eisenach-Trainer wirkt benommen: Handball-Schiri sorgt für Foul des Jahres“). Doch Semper und seine Mannschaft lassen sich nicht entmutigen. Mit einer Mischung aus Hoffnung, Kampfgeist und der Unterstützung der Fans wollen sie den Klassenerhalt sichern und gleichzeitig bei der em für Furore sorgen. Das könnte die Handball-Saison von Franz Semper zu einer unvergesslichen machen – im doppelten Sinne.
