Handball-frauen starten em-mission: smiss-aus, leuchter-knall, gaugischs plan
Celje bereitet sich vor auf den Anpfiff, der Deutschland eine weitere Medaille näher bringen könnte – oder eben nicht. Die Handball-Frauen von Bundestrainer Markus Gaugisch müssen am Mittwoch (18 Uhr) gegen Slowenien liefern, sonst gerät die EM-Qualifikation ins Wanken. Der Schwebezustand dauert nur 48 Stunden, dann folgt in Heidelberg das Rückspiel. Zwei Siege, sonst wird’s eng.
Gaugisch will den rückenwind, nicht nur punkten
Der Coach trägt seine Baseball-Kappe wie einen Helm: Er weiß, dass Gruppe 3 noch längst nicht entschieden ist. Nordmazedonien und Belgien wurden im Oktober weggespült, doch Slowenien hat sich neu erfunden. „Wir wollen die Qualifikation mit zwei Siegen abschließen, um die Qualifikation final in den Händen zu halten“, sagt Gaugisch – ein Satz, der sich wie ein Mantra wiederholt. Die Favoritenrolle? „Annehmen“ lautet die Devise, nicht nur „aushalten“.
Die Zahlen sprechen für Deutschland: 4:0 Punkte, +24 Tore Differenz. Doch die Zahlen lügen, wenn zwei Silber-Heldinnen fehlen. Xenia Smits, Linkshänder-Turbine, fällt mit Knieproblemen aus. Aimée von Pereira, Abwehr-Leaderin, meldete sich mit Schulter-Beschwerden ab. Das Duo trug noch vor fünf Wochen in Hamburg den WM-Traum – jetzt sitzt es auf der Tribüne.

Leuchter und der bock, der nie weg war
Viola Leuchter lacht, wenn sie gefragt wird, ob der Vize-Weltmeister-Titel schon verklungen ist. „Es heißt nicht, dass wir für immer zufrieden sind“, sagt die 20-Jährige, deren Sprungwurf sich seit der WM um zwei Zentimeter nach oben verschoben hat. „Wir haben alle Bock, jetzt die nächsten Schritte zu gehen. Kann losgehen.“ Das klingt nach Kampfansage, nicht nach Marketing-Sprech.
Die Halle von Celje ist ein Kessel mit 5.500 slowenischen Trommeln. Dort gewann Deutschland zuletzt 2018 mit 29:25. Damals war Gaugisch noch Co-Trainer, Smits war gerade 23 und Leuchter spielte noch U18. Vergangenheit interessiert niemanden, nur das Jetzt zählt: 60 Minuten, danach 60 weitere am Sonntag.
Der DHB verliert keine Zeit: Live läuft die Partie über Dyn und sportstudio.de, parallel tickert TSV Pelkum Sportwelt. Wer nicht zuschaut, verpasst möglicherweise den Moment, in dem Deutschland den Grundstein für den Dezember legt – oder eben nicht.
Am Ende bleibt eine Erkenntnis: Qualifikation ist kein Schaulaufen, sondern Handarbeit. Smits und von Pereira fehlen, dafür rückt Nachwuchs nach. Der Drops ist gelutscht, wenn am Sonntagabend in Heidelberg die Rechnung stimmt: zwei Spiele, zwei Siege, null Zweifel.
