Handball-finale: deja-vu in hamburg – kann flensburg geschichte schreiben?

Ein Déjà-vu für die Handball-Elite: Genau wie im Vorjahr treffen in der Barclays Arena Hamburg SG Flensburg-Handewitt, THW Kiel, MT Melsungen und Montpellier im Finale der European League aufeinander. Die Auslosung hat die Halbfinalpaarungen des Vorjahres wiederholt – ein Zufall, der selbst gestandene Spieler wie Kevin Møller (36) überrascht.

Die karten sind neu gemischt, aber die konstellation ist vertraut

Die karten sind neu gemischt, aber die konstellation ist vertraut

Die Spannung im Lager der SG Flensburg-Handewitt ist spürbar, doch die Spieler lassen sich nicht von der Wiederholung des Vorjahres verunsichern. „Bis auf unser Bundesliga-Duell in der laufenden Saison waren alle Spiele gegen Melsungen extrem eng“, erinnert sich Møller. Doch er betont: „Jedes Spiel hat seine eigene Geschichte, alle vorherigen Spiele sind vorbei. Und wenn es nur ein einziges Spiel gibt, in dem man ins Finale einziehen kann, ist alles anders.“

Die Erinnerung an das letztjährige Turnier ist präsent: Flensburg setzte sich nach Verlängerung gegen Melsungen durch und unterlag Montpellier im Finale. Kiel sicherte sich den dritten Platz. Doch die Vergangenheit ist nicht der Schlüssel zum Erfolg. Die Teams haben sich weiterentwickelt, die Strategien angepasst. Montpellier, der amtierende französische Meister, ist ein ernstzunehmender Gegner, und auch Kiel wird alles daran setzen, sich für die bittere Niederlage des Vorjahres zu revanchieren.

Für Kevin Møller persönlich steht viel auf dem Spiel. Nach fünf Jahren und als Welt- und Europameister möchte er seine Zeit in Flensburg mit dem Gewinn der European League krönen. Sein Abschied führt ihn zurück zu seinem früheren Klub GOG in Dänemark. „Wir machen uns aber keine Gedanken darüber, wie der Ausgang dieses Wettbewerbs aussehen könnte, wir wollen ihn einfach nur gewinnen“, so Møller mit Nachdruck. Die Konzentration liegt auf dem Hier und Jetzt, auf dem Kampf um den Titel in Hamburg.

Die Zuschauer dürfen sich auf ein hochklassiges Finale freuen, in dem Erfahrung, taktische Finesse und mentale Stärke aufeinandertreffen. Ob Flensburg die Chance nutzen kann, um die Geschichte des Vereins zu schreiben, wird sich am Wochenende zeigen. Die Ausgangslage ist identisch, aber der Ausgang ungewiss. Die Handball-Welt blickt gespannt nach Hamburg.