Handball-elite verprellt: las-vegas-turnier abgesagt – hanning erhebt schwere vorwürfe
Die geplante Sommersensation wird zur PR-Blamage: Pro Handball USA hat das internationale Top-Turnier in Las Vegas kurzfristig abgesagt und nach Europa verlegt – ohne die mitspielenden Klubs vorab zu informieren. Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse Berlin, reagiert mit deutlichen Worten.
Kein gespräch, keine stimme, kein vertrauen
„Mit uns hat gar keiner gesprochen“, sagt Hanning gegenüber Sport Bild. Die Entscheidung sei für die Betroffenen eine reine Fait accompli-Meldung gewesen. „Wir haben der Absage in den USA überhaupt nicht zugestimmt.“ Die Klubs von Füchse Berlin, HBC Nantes, Aalborg Håndbold und Pick Szeged hätten lediglich zugesagt, weil das Turnier ursprünglich in den USA stattfinden sollte – als Marketing-Springbrett in einen lukrativen Markt. „Jetzt sollen wir irgendwo in Europa antreten, ohne Standort, ohne Konzept, ohne Antworten“, so Hanning.
Initiator Mads Winther rechtfertigt den Schritt mit dem „unvorhersehbaren politischen Umfeld“ zwischen den USA und Europa. Doch die Begründung wirkt beim zweiten Hinsehen dünn. Die politischen Spannungen sind nicht von gestern, und die Lizenzvergabe für Sportevents in Nevada läuft seit Monaten stabil. Verdacht: Die Ticket-Nachfrage in Las Vegas blieb hinter den Erwartungen zurück, Sponsoren-Zusagen stockten, TV-Rechte waren teurer als kalkuliert.
Für Hanning ist die Sache klar: „Wir sprechen hier mit einer Stimme aller vier Vereine.“ Gemeinsam stellten die Klubs ein Ultimatum: Eine Woche Zeit habe Pro Handball USA, um alle offenen Fragen zu beantworten. Sonst droht der komplette Rückzug – mit Imageschaden für die noch junge Marke.

Der frauen-wettbewerb ist betroffen, der männer-wettbewerb auch – nur der ort fehlt
Auch die Frau-Teams Györi Audi ETO KC, Odense Handbold, Brest Bretagne und Honey Bee Ishikawa sind betroffen. Für sie ist die Absage ein finanzieller Rückschlag: Flüge nach Nevada waren schon gebucht, Partnerreisen geplant, Social-Media-Kampagnen liefen. Alles ist jetzt Makulatur.
Die Handball-Welt blickt irritiert auf ein Projekt, das eigentlich die Sportart auf dem nordamerikanischen Markt etablieren sollte. Stattdessen schwächt sich die Liga selbst ab. Die nächste Woche entscheidet, ob die europäischen Top-Klubs ihr Vertrauen wiedererlangen – oder ob das Turnier komplett ins Leere läuft.
Die Botschaft ist eindeutig: Ohne Transparenz keine Teilnahme. Und ohne Teilnehmer kein Spektakel. Pro Handball USA steht mit dem Rücken zur Wand – und die Uhr tickt laut.
