Hamilton jagt den ersten ferrari-sieg: monaco könnte der perfekte zeitpunkt sein

Zweiter Platz in Kanada, erstmals vor Charles Leclerc – Lewis Hamilton spürt den Schwung, der ihn seit Monaten fehlte. Der Brite spricht von „Bergen, die das Team versetzt hat“, und plötzlich klingt der erste Sieg im roten Overall nicht mehr wie Wunschdenken.

Der druck ist abgefallen, die zeiten sind da

14:18 Uhr Ortszeit in Montréal, 25. Mai 2026. Hamilton steht auf dem Podest, die Arme hoch, die Stimme rau. „Ich liebe diesen Job, das ist der beste Job der Welt“, sagt er, und man glaubt ihm jedes Wort. Denn wer den siebenfachen Champion in der vergangenen Saison gesehen hat, weiß: Dieser Mann hatte den Fuß halb draußen. Jetzt trägt er wieder Rennschuhe mit Sprengkraft.

Die Zahlen sprechen klar: Drei Mal in fünf Rennen schlug er Teamkollege Leclerc. In Kanada fuhr er nach hartem Fight mit Max Verstappen auf Platz zwei – erstmals seit Silverstone 2021 wieder vor dem Niederländer. Der McLaren-Flop half, aber Hamilton nahm die Hilfe selbstbewusst an. „Wir haben endlich ein Auto, auf das ich mich verlassen kann“, sagt er. „Die Balance stimmt, die Reifen halten, ich kann angreifen.“

Monaco liegt im sinn, die kurven passen zum ferrari

Monaco liegt im sinn, die kurven passen zum ferrari

Die Streckenpostings der nächsten Tage sind längst verteilt. In den Ingenieursbüros in Maranello rechnet man nach: Der SF-27 verliert auf den Geraden noch an Mercedes und Red Bull, dafür fliegt er durch enge Passagen wie ein Gokart. Monaco hat keine Geraden. „Unser Auto könnte dort wirklich stark sein“, sagt Hamilton und grinst verschwörerisch. „Das wird Spaß machen.“

Die Mechaniker bestätigen: Seit China arbeiten sie mit einem modifizierten Unterboden, der Abtrieb generiert, ohne Top-Speed zu opfern. Die Ingenieure haben die Power-Einheiten neu abgestuft, damit Hamilton aus langsamen Ecken heraus aggressiver beschleunigen kann. Kleine Schritte? Vielleicht. Aber in der Formel 1 entscheiden Millimeter über Sieg oder Niederlage.

Teamchef Frédéric Vasseur zeigt sich zurückhaltend. „Wir reden nicht vom Sieg, wir bereiten ihn vor“, sagt er. Doch wer die Boxengasse verlässt, hört das Gemurmel: Die Werkshalle glaubt wieder an Sonntage, an die rote Flagge, an die Nationalhymne.

Ein rekordweltmeister auf der überholspur der gefühle

Ein rekordweltmeister auf der überholspur der gefühle

Hamilton selbst schaltet runter, sobiel die Kameras weg sind. Er weiß: Ein zweiter Platz ist kein Sieg. Aber er ist auch keine Trophäe für Teilnahme. „Ich habe gelernt, kleine Fortschritte zu feiern“, sagt er. „Diese Crew hier gibt mir Energie zurück, die ich letztes Jahr verloren hatte.“

Die Saison ist jung, die Konkurrenz gnadenlos. Doch wer den Brite am Steuer des roten Boliden erlebt, spürt: Der Druck ist abgefallen, die Zeiten sind da. Monaco in sieben Tagen – vielleicht reicht es dann endlich wieder für das große Feuerwerk. Hamilton selbst will sich nicht festlegen. Er lacht nur und sagt: „Wenn das Licht auf Grün springt, bin ich bereit.“