Hamburg will olympia – und diesmal soll's klappen!

Elf Jahre Torheit und ein Referendum, das in der Verspottung endete: Das ist die bittere Vergangenheit, die Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher nun überwinden will. Der Traum von Olympischen Spielen in der Hansestadt lebt, und diesmal scheint der Wind günstig zu wehen – zumindest glaubt das Tschentscher.

Die lehren aus 2015: weniger beton, mehr bestehende strukturen

Die Erinnerung an die gescheiterte Bewerbung von 2015 sitzt tief. Doch anstatt sich von der Niederlage lähmen zu lassen, will Tschentscher (SPD) die Fehler der Vergangenheit korrigieren. Im Kern der neuen Strategie steht die Vermeidung teurer Neubauten. „Im Vergleich zur früheren Bewerbung haben wir Einwände, die diesmal nicht gelten“, erklärte er dem SID am Rande einer Veranstaltung. Der Fokus liegt auf der Integration der Spiele in die bestehende Infrastruktur, der Nutzung öffentlicher Räume und bereits vorhandener Sportstätten. Einsparungen sind das Stichwort.

Gemeinsam mit Schleswig-Holstein und Niedersachsen sollen alle olympischen Disziplinen mit den vorhandenen Ressourcen abgebildet werden. Tschentscher preist die Nachhaltigkeit und die „Olympia der kurzen Wege“ als entscheidende Vorteile. Die Idee: Eine kosteneffiziente und umweltfreundliche Ausrichtung, die die Bürger überzeugt.

Konkurrenz motiviert: münchen und nrw als vorbild

Konkurrenz motiviert: münchen und nrw als vorbild

Die jüngsten Erfolge der Konkurrenz aus München und den Kommunen in Nordrhein-Westfalen werden von Tschentscher nicht als Bedrohung, sondern als Ansporn gesehen. „Ich sehe das Referendum der anderen Städte als Motivation für unsere Bürgerinnen und Bürger auch ‚ja‘ zu sagen“, so der Bürgermeister. Die Botschaft ist klar: Hamburg kann es sich leisten, kann es sich leisten wollen – und das muss den Bürgern vermittelt werden.

Umfragetief: zweifel in der bevölkerung

Umfragetief: zweifel in der bevölkerung

Doch der Weg zum Erfolg ist noch weit. Eine aktuelle Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des NDR zeigt, dass die Zustimmung zu einer Hamburger Olympia-Bewerbung nach wie vor gering ist. Nur 41 Prozent der Befragten bewerten die Pläne „eher gut“, während 50 Prozent eine „eher schlechte“ Bewertung abgeben. Die Konkurrenz in München (66,4 Prozent) und NRW (66,0 Prozent) liegt deutlich vorne. Die Herausforderung für Tschentscher: Den negativen Trend umzukehren und im Endspurt der Werbekampagne die Wähler zu überzeugen.

Ob er es schafft, den skeptischen Blick der Hamburger zu wenden und den Traum von Olympischen Spielen in der Hansestadt Wirklichkeit werden zu lassen, wird sich am 31. Mai zeigen. Die Uhr tickt, und der Druck steigt. Die Stadt steht vor einer entscheidenden Prüfung – eine Prüfung, die über mehr als nur die Austragung von Spielen entscheidet. Es geht um die Zukunft Hamburgs als Sportstadt und die Glaubwürdigkeit politischer Versprechen.