Hamburg bremst olympia-träume: 50 prozent lehnen sommerspiele ab
Die Hansestadt steht kurz vor dem Absturz. 50 Prozent der Hamburgerinnen bewerten eine Olympia-Bewerbung „eher schlecht“, nur 41 Prozent „eher gut“. Das ergibt eine Infratest dimap-Umfrage im Auftrag des NDR, knapp zehn Wochen vor dem entscheidenden Referendum am 31. Mai. Für die Organisatoren klingt das wie ein Gongschlag.
Spd-anhänger halten die fahne hoch – grüne und linke lassen sie fallen
Die Zustimmung ist parteipolitisch gemeißelt. SPD-Wählerinnen stimmen mit 57 zu 35 Prozent für die Spiele, CDU-Anhängerinnen knapp mit 50 zu 45. Doch danach wird’s düster. Grüne (37 : 53), AfD (30 : 57) und Linke (23 : 72) verweigern sich mit zweistelligem Abstand. Die Altersgruppe der 16- bis 34-Jährigen rettet das Pro-Lager mit knapper Mehrheit – alle anderen Altersklassen lehnen ab.
Die Befürchtungen sind lautstar und konkret: 79 Prozent fürchten steigende Kosten für die öffentliche Hand, 46 Prozent wollen keine Prestige-Baustellen, 41 Prozent wittern Überlastung und Übertourismus. 34 Prozent erwarten weiteren Druck auf den ohnehin leergezogenen Wohnungsmarkt, 24 Prozent Sicherheitsprobleme.

Hamburg steht allein – münchen liefert vergleichszahlen
München hat das Rennen schon gemacht: Dort sagten 66,4 Prozent Ja zum Olympia-Konzept. Hamburg aber muss zusehen, wie der eigene Traum ins Stolpern gerät. Neben der Hansestadt bewerben sich noch Berlin, Köln/Rhein-Ruhr und München um die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Der DOSB will am 26. September in Baden-Baden den deutschen Kandidaten küren.
Die Region Rhein-Ruhr will ihre Bürgerinnen am 19. April befragen, Berlin plant kein Referendum. Hamburg also ist die einzige Stadt, die sich dem Volk stellen muss, bevor der nationale Startschuss fällt – und genau dieses Volk zeigt derzeit die kalte Schulter.
Die Zahlen sind ein Schock für alle, die in Hamburg von Olympia-Aufruhr träumen. Die Skepsis ist kein Flüstern mehr, sie ist laut geworden. Und sie kommt aus der Mitte der Gesellschaft.
