Hamann zündelt nach bayerns bvb-knaller: musiala auf der anklagebank

Elf Punkte Vorsprung, ein Kimmich-Feuerwerk in der 87. Minute – der FC Bayern feiert sich als Meister im Voraus. Doch ausgerechnet in dieser Sekunde des Triumphs rumpelt Didi Hamann im Studio durch den Teller. Sein Ziel: Jamal Musiala. Der 23-Jährige durfte in Dortmund erst nach 68 Minuten ran, drehte ein paar Runden, verpuffte. Für Hamann Grund zur Generalabrechnung.

Der teuerste bankdrücker deutschlands?

„Wenn du der bestbezahlteste Spieler bist, dann bist du irgendwo auch der wichtigste“, donnert der Ex-Nationalspieler bei Sky90. Die Rechnung ist simpel: Musiala soll der Michael Jordan von München sein, kassiert einen Vertrag, der Harry Kane in den Schatten stellt, und darf dann gegen den größten Rivalen zuschauen, wie andere das Spiel entscheiden. „Dann hast du zwei, drei Spiele Zeit, um wieder in den Rhythmus zu kommen – mehr nicht.“ Drei Scorerpunkte seit seiner Rückkehr vom Wadenbeinbruch sind Hamann zu mager.

Die Zahlen sprechen gegen den Youngster. Neun Einsätze, keine einzige 90-Minuten-Leistung, kein Platz in der Startelf gegen Dortmund. Hamann legt nach: „Ich weiß nicht, was da los ist.“ Keine vorsichtige Diagnose, keine Rücksicht auf Verletzungspause – knallharte Leistungskritik.

Karl statt musiala – die leistungsfrage

Karl statt musiala – die leistungsfrage

Hamann schlägt den Bogen zu Lennart Karl, dem 19-jährigen Shootingstar, der in der Rotationsmaschine von Bayern-Trainer Vincent Kompany derzeit die besseren Karten hat. „Von der Leistung her ist er auf einem anderen Level“, sagt er und unterstellt dem Klub, dass Marketinginteressen das Team aufwiegen. Ein Seitenhieb auf die Bosse, die Musialas Vertrag bis 2030 unterschrieben haben, bevor er wieder Dauerläufe zeigte.

Die Bosse schweigen, Kompany auch. Stattdessen steht am Freitag (20.30 Uhr gegen Gladbach) die nächste Bewährungsprobe an. Danach fliegt die Mannschaft nach Bergamo, wo in der Champions League echte Temperaturen warten. Musiala muss liefern – oder er wird zur luxuriösen Randfigur in einem Ensemble, das gerade gelernt hat, auch ohne ihn zu gewinnen.

Bayern ist schon Meister in Gedanken, aber die Frage nach der Nummer 42 bleibt offen: Wann wird der teuerste Deutsche wieder der Beste? Die Uhr tickt lauter als der Süd-Kurve nach dem Schlusspfiff.