Hall of fame: debatte um bill belichick führt zu reformüberlegungen
- Kontroverse um belichick löst überprüfung des wahlprozesses aus
- Rückkehr zur präsenzwahl und angepasster zeitplan
- Kritik an der einhaltung der wahlregeln
- Brady kritisiert das verfahren als „lächerlich“
- Das problem der gruppenwahl und die fehlende würdigung von trainern
- Keine grundlegende reform in sicht
- Zahlen und fakten zur aktuellen wahl
Kontroverse um belichick löst überprüfung des wahlprozesses aus
Die umstrittene Nicht-Aufnahme von Bill Belichick in die Hall of Fame Klasse 2026 hat weitreichende Konsequenzen. Die Pro Football Hall of Fameplant Anpassungen am Wahlprozess und erwägt eine Rückkehr zur Präsenzabstimmung. Dies bestätigte Hall-of-Fame-Präsident Jim Porter nach der Bekanntgabe der diesjährigen Klasse. Die Debatte um Belichick hat Schwächen im aktuellen Verfahren offenbart, obwohl die Änderungen nicht ausschließlich auf diesen Fall zurückzuführen sind.

Rückkehr zur präsenzwahl und angepasster zeitplan
Konkret plant die Hall of Fame, die Abstimmungen des 50-köpfigen Auswahlgremiums wieder vor Ort durchzuführen. Seit der Corona-Pandemie wurde virtuell gewählt. Zudem soll der Wahltermin näher an die NFL Honors, also den Donnerstag vor dem Super Bowl, gerückt werden. Ziel ist es, Informationslecks zu vermeiden. Die Veröffentlichung von Stimmverteilungen wird ebenfalls diskutiert, jedoch nicht rückwirkend für die Klasse 2026.
Kritik an der einhaltung der wahlregeln
Jim Porter kündigte an, das Verhalten einzelner Wähler zu überprüfen. Hintergrund sind öffentliche Äußerungen über vertrauliche Diskussionen sowie Stimmabgaben, die nicht dem Grundsatz entsprachen, stets den würdigsten Kandidaten zu wählen. „Wir erwarten, dass die Regeln eingehalten werden“, betonte Porter. Ein Kommentar von Vahe Gregorian (Kansas City Star), der offen zugab, Senioren-Spieler zu bevorzugen, war ein Auslöser.
Brady kritisiert das verfahren als „lächerlich“
Auch außerhalb des Wahlgremiums gab es harsche Kritik. Tom Brady bezeichnete das Auswahlverfahren öffentlich als „komplett lächerlich“ und bemängelte, dass offensichtlich verdiente Kandidaten übergangen werden. Die umstrittene Gruppenwahl, bei der Belichick mit anderen Kandidaten in einer Kategorie zusammengefasst war, gilt als Kernproblem. Nur der Stimmenführer und Kandidaten mit über 80% der Stimmen wurden aufgenommen.
Das problem der gruppenwahl und die fehlende würdigung von trainern
In den letzten beiden Jahren wurden durch das System nur wenige Kandidaten aufgenommen. Drew Brees, Larry Fitzgerald, Luke Kuechly und Adam Vinatieri schafften es in diesem Jahr, während andere knapp scheiterten. Das System führte dazu, dass in den letzten drei Jahren kein einziger Trainer in die Hall of Fame aufgenommen wurde. Dies verstärkte die Kritik erheblich.
Keine grundlegende reform in sicht
Trotz der Diskussionen zeigte sich Porter zurückhaltend, was eine Trennung von Trainern, Funktionären und Senioren-Spielern betrifft. Über Jahrzehnte hinweg seien diese Gruppen gemeinsam gewählt worden. Man werde den Prozess prüfen und Gespräche führen, sehe aber aktuell keinen Anlass für eine grundlegende Reform. Die Hall of Fame ist offen für Anpassungen, aber will den Wahlprozess nicht grundlegend verändern. “Wir werden nachjustieren, wo es nötig ist”, so Porter.
Zahlen und fakten zur aktuellen wahl
- Nur 4 von 5 Kandidaten der Modern-Era wurden aufgenommen.
- In den letzten zwei Jahren wurden insgesamt nur 4 bzw. 5 Kandidaten aufgenommen.
- Es wurden in den letzten 12 Jahren immer mindestens 7 neue Mitglieder aufgenommen.
