Halbfinale der del-play-offs: haie und adler starten mit favoritenrolle

Mittwochabend, 19 Uhr: Die Scheibe fällt in Köln und Mannheim, und schon droht einem Topteam der Traum vom Titel. Im Halbfinale treffen die vier bestbesetzten Kader der Liga aufeinander – doch die Papierform ist nur das halbe Eis.

Köln vs. berlin: die angst vor dem underdog

16 Siege in Folge, 116 Punkte – die Kölner Haie haben die Hauptrunde dominiert wie keine Mannschaft zuvor. Doch genau diese Statistik liefert den Eisbären Munition. Seit zehn Partien kann Köln Berlin nicht mehr in regulärer Spielzeit schlagen. Die Erinnerung an das Finale 2025, das mit drei 0:7-Niederlagen endete, sitzt tief. Janne Juvonen lässt pro Play-off-Spiel nur einen Gegentreffer – aber was nützt das, wenn die Köpfe schon vor dem Bully verneinen?

Die Verletztenliste der Berliner liest sich wie ein Kaderausdruck: Byron, Khodorenko, Geibel, Reinke fraglich. Trotzdem hat Coach Serge Aubin in dieser Saison noch keine Serie verloren. Seine Taktik: Druck von Anfang an, um das Selbstbewusstsein der Haie zu rütteln. Köln kann sich keinen Ausfall leisten – schon ein zweites Penaltyschießen könnte die Serie kippen.

Mannheim und münchen: duell auf augenhöhe

Mannheim und münchen: duell auf augenhöhe

122 Gegentore in 52 Spielen – die Adler waren die dichteste Abwehr der Liga. Doch der EHC Red Bull München folgt mit 126 Gegentoren direkt dahinter. Beide Teams verloren im Viertelfinale jeweils ein Heimspiel, beide ließen sich kurz aus dem Konzept bringen. Der Unterschied liegt im Detail: München verlor Fabio Wagner durch eine Rekordsperre, Mannheim muss auf Brandon O'Donnell und Anthony Greco verzichten.

Die Bilanz der letzten Play-off-Duelle spricht für Mannheim: 2019 Finale, 2024 Viertelfinale – jeweils gewonnen. Doch München hat Mathias Niederberger zwischen den Pfosten, wenn er fit wird. Und dann ist da noch der 4:0-Sieg Ende Oktober, der den Adlern in Erinnerung geblieben ist wie ein Splitter unter der Haut.

Die physische Überlegenheit der Adler könnte in einer langen Serie zählen, doch München hat den schnelleren Vorstoß und die bessere Chancenverwertung. Wer zuerst die Lücke findet, bestimmt den Rhythmus – und vielleicht schon den Finalisten.

Fazit: Die Favoritenrollen sind verteilt, aber keine Serie ist so kurz wie diese. Nach maximal sieben Tagen steht der Finalist fest – und vielleicht schon der neue Meister. Die Uhr tickt. Das Eis schmilzt. Die Karten sind neu gemischt.