Hack rüttelt fc zürich wach: «wenn um 20.30 uhr das licht an ist, muss jeder alles geben»
Die Letzigrund-Beleuchtung brannte, das Publikum brüllte – und die Profis lieferten ein halbes Spiel lang nur Pflichtbewegungen ab. Die Quittung: 1:2 gegen Lausanne, siebte Niederlage in Serie, 7 Punkte aus 11 Partien. Der FC Zürich schlittert auf Augenhöhe mit dem Tabellenletzten, und die interne Schonfrist ist vorbei.
Abwehrchef hack fordert selbstvertrauen statt selbstbedienung
Alexander Hack sprach, nachdem er die Kabine zehn Minuten lang schweigend gemustert hatte. «Wir sind keine U-21, wir sind bezahlte Profis», sagte er und ließ die Worte zwischen den Mikrofonen wirken. «Wenn du um 20.30 Uhr unter Flutlicht aufläufst, reicht Anzug und Frisur nicht. Da musst du bereit sein, dir die Lunge aus dem Leib zu laufen.» Die 0:1-Pausenführung der Waadtländer nannte er eine «Blamage in Person». Dass Lausanne nach der Pause sogar erhöhen konnte, war für Hack symptomatisch: «Da steht keiner mehr im Weg, weil keiner mehr glaubt, dass er den Ball erobern kann.»
Trainer Dennis Hediger, sonst ein Freund langer Sätze, antwortete nach der Partie knapp wie nach einem Kurzschluss. «Mentalität lässt sich nicht trainieren, sie muss vorhanden sein.» Dass die Hälfte der Startelf aus Neuzugängen besteht, sieht er nicht als Entschuldigung. «Ein Neuzugang ist kein Neuling. Die Liga verzeiht kein Eingewöhnungssemester.»

Servette wartet als nächster prüfstein – mit eigener angst im nacken
Bereits am Samstag geht es nach Genf. Servette hat ebenfalls nur neun Zähler, die Abstiegszone ist ein Sechs-Punkte-Graben. Hack lachte nicht, als er sagte: «Jetzt reist keiner mehr als Favorit. Wer zuerst aufwacht, hat die besseren Karten.» Die letzten drei Direktduelle gewann Zürich – alle mit späten Toren, alle mit spürbarem Glück. Die Statistik könnte trögen, weiß Hack: «Früher haben wir in Genf den Sack zugemacht, weil wir wussten, wie stark wir sind. Heute wissen wir, wie schwach wir sein können.»
Die Clubführung hält sich bedeckt. Ein unrundes «Wir vertrauen dem Trainerteam» kursierte in der Nacht durchs Stadion, mehr nicht. Die Fans hingegen skandieren schon wieder «Hediger raus» – obwohl der Coach erst seit Juli im Amt ist. Die Wahrheit liegt auf dem Platz: Seit 270 Minuten führt der FCZ kein Ligaspiel mehr. Wer so lange ohne Führung spielt, muss irgendwann hinterfragen, ob nicht die Einstellung, sondern die Qualität fehlt.
Mit einem Sieg in Genf würde Zürich den Anschluss wahren, mit einer Niederlage rückt der Abstiegs-Relegationsplatz auf einen Punkt heran. Die Saison ist erst elf Spieltage alt, der Druck fühlt sich aber an wie nach der Hinrunde. Hack packte seine Sachen und sagte noch: «Wir können entweder weiter jammern oder endlich mal das erste Duell gewinnen.» Die Uhr tickt. Am Samstag um 20.30 Uhr brennt wieder das Licht – und vielleicht die letzte Patience.
