Hack erleidet nächsten muskelbailout – gladbachs flügelziel rutscht immer tiefer

Robin Hack spielte diese Saison gerade mal 270 Minuten. Jetzt droht ihm wieder Monate Pause. Ein Faserriss im Adduktorenbereich wirft den 22-Jährigen zurück auf Null – und wirft bei Borussia Mönchengladbach die Frage auf, wie lange die Geduld noch reicht.

Polanski bestätigt: „fällt wieder länger aus“

Trainer Eugen Polanski sagt es mit dem Ton eines Mannes, der die Rechnung ohne Wirt macht. „Bei Robin lief eigentlich alles super“, zitiert ihn die Rheinische Post, bevor er den Satz abbricht, als hätte er ihn selbst nicht geglaubt. Dann die nackte Zahl: Muskelfaserriss, rechte Leiste, kein Comeback vor dem Sommer. Die Verkündung dauert keine zehn Sekunden, reicht aber, um die Bilanz des Flügelspielers auf 5 Pflichtspiele und ein Dutzend Reha-Stunden zu reduzieren.

Der September war schon ein Warnschuss: Innenmeniskusriss, rechtes Knie, Ausfall bis November. Als Hack Anfang Dezember zurückkehrte, hielt ihn kein Gegender, sondern der eigene Körper auf. Nun das Adduktoren-Desaster. Drei Mal Aufbau, dreimal Abriss – das ist keine Pechsträhne, das ist ein Muster.

Ngoumou kehrt zurück, aber noch weit weg vom kader

Ngoumou kehrt zurück, aber noch weit weg vom kader

Während Hack die nächste Reise in die Reha-Klinik antritt, trabt Nathan Ngoumou zum ersten Mal seit seinem Achillessehnenriss im April wieder über die Kunstrasenplatze am Borussia-Park. Polanski nimmt trotzdem den Ball aus dem Netz: „Er ist schon noch sehr weit weg vom Bundesliga-Kader.“ Die Aussage klingt wie ein Schulterklopfen und ein Tritt in den Hintern zugleich. Ngoumou darf langsam aufbelasten, aber der Weg zurück ist länger als die Saison noch dauert.

Die Chronik der Verletztenliste bei Gladbach liest sich wie ein Lehrbuch moderner Sportmedizin: Seit sieben Spielen wartete der Klub auf einen Sieg – bis Kevin Diks in der Nachspielzeit gegen Union Berlin den Elfmeter versenkte. Drei Punkte, Platz 12, Anschluss an das Mittelfeld. Am Freitag geht’s nach München, wo der Tabellenführer wartet. Die Bayern haben 23 Punkte Vorsprung – und keine Verletzten, die ihre Karriereplanung durcheinanderbringen.

Für Hack beginnt wieder bei Null. Der Vertrag läuft 2027, das Gehalt steigt, die Einsatzzeit sinkt. Sportdirektor Roland Virkus muss sich fragen, ob ein vierter Anlauf sich noch rechnet. Die Antwort liegt zwischen Fitnessraum und Transfermarkt – und sie fällt meistens härter aus, als der nächste Faserriss.