Haaland-werbevertrag: norwegens fußballheld gerät in kritik
Ein Aufschrei in Norwegen: Fußballstar Erling Haaland, gehypter Angreifer von Manchester City, steht plötzlich im Kreuzfeuer der Kritik – und das nicht wegen mangelnder Leistung auf dem Platz, sondern wegen eines lukrativen Werbevertrags. Der norwegische Superstar hat sich als neues Gesicht der US-amerikanischen Biermarke Budweiser engagiert, was in seinem Heimatland auf heftigen Widerstand stößt.

Ein deal, der gegen das norwegische gesetz verstößt
Der Deal sieht vor, dass Haaland in einem Werbespot, der im Vorfeld der anstehenden WM laufen soll, gemeinsam mit einem Fan in Wikingerhelm und sogar seinem Vater Alf-Inge posiert. Doch dieser Auftritt überschreitet in Norwegen eine rote Linie. Seit 1975 herrscht im skandinavischen Land ein strenges Verbot für Alkoholwerbung, das auch die Darstellung von alkoholischen Getränken in Medien, einschließlich sozialer Netzwerke, umfasst. Die norwegische Gesetzgebung soll vor allem Kinder und Jugendliche schützen.
Hanna Cecille Widnes, Sprecherin der Alkohol- und Drogenpräventionsorganisation Actis, prangerte Haalands Engagement scharf an: “Ich möchte, dass der norwegische Fußballverband dem ein Ende setzt. Es ist tragisch, dass er nicht erkennt, wie negativ das für Kinder und junge Erwachsene ist.” Sie betonte, dass Haaland für junge Fußballfans ein “großer Held” sei und sein Werben für die Biermarke “wirklich problematisch” sei. Die Kritik richtet sich speziell gegen die Diskrepanz zwischen Haalands Image als Vorzeige-Athlet, der Fitness und Gesundheit hochhält, und dem Werben für ein Produkt, das mit Risiken und Verletzungen in Verbindung gebracht wird.
Auch Linse Hansen von Actis ergänzte: “Es geht nicht darum, dass Menschen beim Anschauen eines Fußballspiels kein Bier trinken dürfen, sondern darum, dass unser Sportheld hilft, ein Produkt zu bewerben, das Verletzungen und Risiken birgt.” Der norwegische Fußballverband verteidigte Haaland hingegen und argumentierte, dass er das Recht habe, “persönliche Vereinbarungen” mit Sponsoren zu treffen. Runar Pahr Andresen, Werbedirektor des Verbands, erklärte, man sei von Haalands Deal in Kenntnis, der ihm freistehe.
Klopp und Godzilla im Werbe-Hype Der Budweiser-Werbespot, in dem Haaland nur kurz auftaucht, wird nicht in Norwegen ausgestrahlt, sondern als globale WM-Kampagne der Marke konzipiert. Neben dem norwegischen Superstar wirkte vor allem Ex-Liverpool-Coach Jürgen Klopp mit, der die Zuschauer auf die WM einstimmen und dabei sogar das Filmmonster Godzilla anbrüllt. Ein kurioses Detail, das den internationalen Charakter des Werbespots unterstreicht.
Haalands Engagement für Budweiser wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs und die ethischen Fragen, die mit dem Einsatz von Sportlern in Werbekampagnen einhergehen. Während Haaland sich mit diesem Deal eine beträchtliche Summe sichern konnte, hat er gleichzeitig in seiner Heimat einige Sympathien verspielt und eine Debatte über die Verantwortung von Vorbildern ausgelöst. Die Antwort der norwegischen Gesellschaft wird zeigen, ob Haaland diesen Preis wert war.
