Gummersbach zerlegt hannover – achter sieg reißt lücke zu spitze
Mit einer furiosen ersten Viertelstunde schickt der VfL Gummersbach die TSV Hannover-Burgdorf auf Schützenhilfe für die Meisterträume: 33:27, Platz vier statt zehn, acht Siege am Stück. Die Partie ist nach 120 Sekunden gelaufen, als Miro Schluroff drei Mal einnetzt und die Gäste noch keinen Treffer gewuchtet haben. Der Rest ist Effizienz-Demonstration statt Krimi.

Sigurdsson-system überrennt recken-abwehr
Gudjón Valur Sigurdsson hat seine Sieben zur Maschine geschliffen. Jede Lücke wird sofort erkannt, jeder Tempogegenstoß endet mit Zischen im Netz. Hannovers Kreisläufer Justus Fischer verliert den Faden schon nach zwei Fehlwürfen, sein Team folgt dem Beispiel – 1:10 steht es nach 17 Minuten. Die Gummersbacher Fans rufen „Wir wollen zehn“, doch der Coach bremst: lieber Rhythmus sparen, denn am Gründonnerstag wartet das Derby beim Bergischen HC.
In der zweiten Hälfte schaltet Hannover einen Gang hoch, verkürzt auf 16:19. Doch Dominik Kuzmanović und Bertram Obling halten mit zwölf Paraden die Stange, Schluroff trifft zum 27:22 und vollendet sein neun-Tore-Kunstwerk. Die Tabelle lügt nicht: Gummersbach hat nur noch drei Punkte Rückstand auf Minden, die Champions-League-Ränge rücken in Reichweite.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 62 % Feldwurfquote gegen 48 %, 12 Keeper-Paraden gegen vier, 33 erzielte Treffer – Saisonbestmarke. Wer so auftritt, muss nicht lange um Formfragen diskutieren. Nächste Woche in Wuppertal wird der VfL versuchen, die Serie auf neun auszudehnen. Hannover dagegen muss umdenken, sonst droht der Blick nach unten statt nach Europa.
