Gummersbach kratzt nur ein unentschieden heraus – sigurdsson schimpft!

Ein erschreckendes Bild zeigte sich am Donnerstagabend in der Schwalbe-Arena: Der VfL Gummersbach, der eigentlich in den Kampf um die Champions-League-Plätze eingreifen wollte, musste sich gegen Frisch Auf Göppingen mit einem müden 29:29-Unentschieden begnügen. Doch die Freude hielt sich auf Seiten der Gastgeber in Grenzen, denn Trainer Gudjon Valur Sigurdsson ließ seiner Enttäuschung nach dem Spiel freien Lauf.

Ein punkt, der schmeckt nicht

Nach einem desaströsen ersten Durchgang, in dem Gummersbach mit 12:19 in den Pausenraum ging, gelang es den Oberbergischen zwar, zurück ins Spiel zu kommen. Doch Sigurdsson ließ keinen Zweifel daran, dass dieser Punkt für ihn keinen Wert hatte. „Es war ein absolut unverdienter Punkt für uns“, polterte der Isländer auf der Pressekonferenz. „Göppingen war die viel bessere Mannschaft und hat uns vor Probleme gestellt, um die wir aber wussten.“

Der Vorwurf: Fehlender Einsatz und unzählige Fehler. Sigurdsson machte seiner Mannschaft wenig Hoffnung: „Was sie uns in puncto Einsatz, Wille und Kampf gezeigt haben, war vorbildlich. Das haben wir selbst nicht auf die Platte gebracht.“ Er sprach von „unzähligen Bällen, die weggeschmissen wurden“ und betonte die 15 technischen Fehler, die seine Mannschaft begangen hatte. Selbst die effektiven Würfe konnten den Ärger des Trainers nicht mildern. „In den Zweikämpfen waren wir lustlos. Das werde ich nicht akzeptieren.“

Die Fans in der ausverkauften Schwalbe-Arena sorgten für eine beeindruckende Atmosphäre, mit Applaus in der Halbzeit trotz des deutlichen Rückstands. „Ich muss ein Kompliment an unsere Halle geben, wie die Zuschauer uns gepusht und nach vorne gebracht haben. Das war überragend“, lobte Sigurdsson die Unterstützung der Anhänger.

Schluroffs leistung: ein lichtblick im trüben nebel

Schluroffs leistung: ein lichtblick im trüben nebel

Ein kleiner Lichtblick inmitten der Enttäuschung war Nationalspieler Miro Schluroff. Der Halblinke, der sich im Spiel einen Finger ausgekugelt hatte und trotzdem weiter spielte, erzielte neun Tore und markierte den Ausgleichstreffer zum 29:29. „Miro hat sich im Spiel den Finger ausgekugelt, kommt dann wieder rein und macht das fast im Alleingang“, anerkannte Sigurdsson. Doch auch diese individuelle Leistung konnte den Trainer nicht von seiner Kritik abbringen. „Mir ist es egal, wie viele Spiele wir vorher gewonnen haben. Man ist nur so gut wie die letzte Leistung. Danke für den Punkt, aber verdient ist er nicht.“

Am 10. Mai steht für den VfL Gummersbach das nächste Auswärtsspiel beim HC Erlangen an. Nach dieser Leistung ist klar: Es gilt, die Hausaufgaben zu machen und den Kampfgeist zurückzufinden, wenn die Oberbergischen ihre Ziele in der Handball-Bundesliga erreichen wollen. Die nächste Partie wird zeigen, ob Sigurdssons Worte Wirkung zeigen und die Mannschaft eine deutliche Steigerung hinlegen kann.