Guardiola packt titel 40 aus – und schiebt real madrid in die zweite reihe

40 Trophäen, ein 19-Jähriger als Matchwinner, ein Trainer, der sich selbst für chancenlos hielt – und trotzdem steht Manchester City wieder auf dem Dach von Wembley. Die Carabao-Cup-Final-Ernte: 2:0 gegen Arsenal, beide Tore Nicco O’Reilly, 15 Minuten Dauerbeschuss nach der Pause, und Pep Guardiola schreibt Geschichte in seinem eigenen Tempo.

Die zweite halbzeit war ein lehrstück in sachen ballkontrolle

Die zweite halbzeit war ein lehrstück in sachen ballkontrolle

Guardiola redete sich nach dem Spiel klein: „Ich hätte keinen Cent auf uns gesetzt.“ Er nannte die Niederlagen gegen Nottingham Forest und West Ham, das 1:5 gegen Real. Doch das zählt nur am Rande. Die Wahrheit steht in den Zahlen: 62 Prozent Ballbesitz nach der Pause, 12 Ballgewinne im letzten Drittel, null Gegentor trotz frühem Druck – James Trafford parierte im ersten Pfostenwinkel wie ein Routinier. Die Youngster und die Altstars schalteten gemeinsam um, und plötzlich lief das Spiel nur noch über Kevin De Bruynes Tempo und O’Reillys Laufwege.

Der Spanier lobte nach Schlusspfiff nicht sich, sondern den Gegner: „Arsenal ist das beste Team Europas, zusammen mit Bayern und Barcelona.“ Real Madrid fiel aus der Rangliste – ein Seitenhieb, der in den Katakomben von Wembley lauter knallte als jedes Feuerwerk. Guardiola spielt die Champions-League-Auslosung schon im Kopf weiter, auch wenn er es nicht zugibt.

Die fünfte Carabao-Cup-Krone in zehn Jahren bedeutet mehr als nur einen weiteren Pokal im Schrank. Sie bedeutet, dass City auch dann gewinnt, wenn die Saison holprig ist. Dass ein 19-Jähriger aus der Akademie zwei Finalschuße landet, bevor sein erstes Profijahr voll ist. Dass ein Trainer, der sich selbst als „unter seinem Niveau“ bezeichnet, trotzdem den nächsten Titel einpackt – und damit die Messlatte für alle anderen wieder ein Stück höher legt.

Guardiola atmete tief durch, dann grinste er: „Jeder Titel wird schwerer, aber das macht ihn süßer.“ 40 Mal hat er das inzwischen erlebt. Die Premier League liegt noch offen, die Champions League auch. Und plötzlich ist der Mann, der vor Wochen noch von Inkonstanz sprach, wieder der Favorit – ob er selbst einen Cent auf sich setzt oder nicht.