Guardiola: nationaltrainer-traum in reichweite?
Madrid – Pep Guardiola, der Taktik-Revolutionär, könnte bald die deutsche Fußball-Nationalmannschaft übernehmen. Gerüchte um ein mögliches Interesse des katalanischen Trainers an der Position des Bundestrainers brodeln bereits seit einiger Zeit, und die neuesten Entwicklungen lassen vermuten, dass der Traum von einem Guardiola-Team in Reichweite sein könnte. Der Schlüssel liegt in einem alten Versprechen und der Sehnsucht nach dem deutschen Fußball.
Ein versprechen aus der festival dello sport
Schon im Oktober 2018, auf dem Festival dello Sport der Gazzetta in Trento, ließ Guardiola durchblicken, dass er eines Tages eine Nationalmannschaft trainieren möchte. In einer Diskussion mit Carlo Ancelotti und Arrigo Sacchi gestand er, dass er nie erwartet hätte, im deutschen Fußball zu landen, betonte aber, dass er offen für das Angebot wäre, sollte es denn kommen. Ein Detail, das viele vergessen haben: Guardiola hat die deutsche Sprache zumindest oberflächlich gelernt, um sich in Deutschland besser verständigen zu können – für den Fall, dass sich die Gelegenheit ergibt.
Die Frage ist nun: Wie ernst ist Guardiola mit dieser Aussage? Nach acht Jahren am Ruder von Manchester City, wo er eine Ära des Erfolgs prägte, könnte der Zeitpunkt für eine neue Herausforderung gekommen sein. Die Premier League, obwohl weiterhin eine große Liebe, könnte ihm nicht mehr die gleiche Inspiration bieten.

Die federation im blickpunkt
Der neue Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wird sich nach dem 22. Juni, wenn die Wahl abgeschlossen ist, dieser Frage stellen müssen. Ein Anruf bei Guardiola wäre ein klares Signal, dass der DFB bereit ist, alles zu tun, um einen der besten Trainer der Welt an die Nationalmannschaft zu binden. Die Kandidaten für die Wahl werden am 13. Mai bekannt gegeben, und Guardiola selbst wird mit dem FA-Cup-Finale am 16. Mai und dem Ende der Premier League am 24. Mai beschäftigt sein. Danach wird jede Gelegenheit genutzt, um die Riege der möglichen Kandidaten zu sondieren.
Die finanzielle Frage ist dabei zweitrangig. Guardiola hat in Manchester City ein astronomisches Gehalt, aber die Leidenschaft für den deutschen Fußball und die Möglichkeit, eine Nation zu führen, könnten ihn umstimmen. Sein langjähriger Wegbegleiter, Manuel Estiarte, der selbst in der Bundesliga erfolgreich als Wasserballspieler aktiv war, könnte ebenfalls ein entscheidender Faktor sein. Estiarte, der Guardiola seit 18 Jahren begleitet, kennt seine Sehnsüchte und seine Leidenschaft für das deutsche Land.

Ein traum wird wahr?
Leo Bonucci, der italienische Verteidiger, äußerte sich kürzlich in Madrid zu den Gerüchten und betonte, dass Guardiola die ideale Besetzung für die italienische Nationalmannschaft wäre. Seine Worte spiegeln die Begeisterung wider, die viele Fußballfans empfinden. Guardiola hat in Deutschland, Spanien, England und Italien bereits seine Spuren hinterlassen. Ihm fehlt nur noch die Erfahrung, eine Nationalmannschaft zu trainieren – eine Erfahrung, die ihn zweifellos auf ein neues Level heben würde.
Es sind natürlich nur Spekulationen, aber die Zeichen stehen gut. Guardiola hat das Herz in Deutschland, er hat die Erfahrung, er hat den Willen. Und die deutsche Nationalmannschaft braucht einen Trainer, der bereit ist, neue Wege zu gehen und eine neue Ära einzuleiten. Ob Guardiola tatsächlich auf die deutsche Bank wechseln wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Die Möglichkeit, ihn als Bundestrainer zu sehen, ist verlockend und weckt die Hoffnung auf eine glorreiche Zukunft für den deutschen Fußball. Die Entscheidung liegt nun bei der Federation – und bei Pep Guardiola selbst.
