Grison und cofidis schicken spanische paralympiker auf humor-offensive

Madrid lacht. Der Komiker Grison hat vier Goldkandidaten vor’s Mikrofon gesetzt – und sie dabei so entrückt, dass selbst die Rollstuhl-Bremse kichert. Heraus kam „Potencia tu mundo“, eine Videoreihe, die Paralympics-Sport nicht als Mitleidsthema, sondern als Power-Comedy feiert.

Grison tauscht klavier gegen startblock

„Ich bin Lehrer, ich kenne Inklusion aus der Theorie. Aber erst als ich Sara Andrés fragte, ob sie bei 100 km/h noch Bremsen kann, habe ich verstanden: Diese Athleten sind schneller als meine Witze“, sagt der Musiker, der sonst bei „El Hormiguero“ auftritt. Drei Tage Dreh, vier Disziplinen, ein gemeinsamer Nenner: schwarzer Humor als Turbo.

Triathlet Nil Riudavets, Bronze aus Paris, packt aus: „Grison wollte wissen, ob ich beim Schwimmen die Beine einfach hinter mir herziehe wie einen Anker. Ich hab geantwortet: Nur wenn der Verfolger zu dicht ist.“ Lacher, Cut, nächste Einstellung. So entsteht Bildmaterial, das TikTok-Kids und Rentner gleichermaßen mitreißt – und nebenbei die Budgetlücke schließt, die Behindertensport hinterlässt.

Cofidis zahlt, damit träume nicht auf kredit laufen

Cofidis zahlt, damit träume nicht auf kredit laufen

Seit 2011 pumpt die Finanzierungsgesellschaft mehr als fünf Millionen Euro in das spanische Paralympische Komitee. „Potencia tu mundo“ ist die erste Kampagne, die nicht auf Medaillen, sondern auf Persönlichkeiten setzt. „Wir wollen keine heißen Tränen, wir wollen heiße Follower“, erklärt Markenchef Pierre Salomon. Die Zahlen sprechen: binnen 48 Stunden nach Launch sammelte die Hashtag-Challenge #RetameGrison 2,3 Millionen Aufrufe.

Die Athleten profitieren direkt. Iraide Rodríguez, die zwischen Ski und Rad wechselt, rechnet offen vor: „Ein Handbike kostet 12 000 Euro, ein Monoski noch mal 8 000. Ohne Cofidis wäre das ein Kredit mit 8 % Zinsen – und ich hätte keine Beine, aber Schulden.“ Stattdessen nimmt sie 2028 in beiden Sportarten an den Spielen teil, finanziert durch Views statt Darlehen.

Lachen als schulterschluss gegen den hass

Lachen als schulterschluss gegen den hass

Álvaro del Amo, Leichtathlet mit Sehbehinderung, verkauft sonst Lose für die ONCE. Ab 1. Januar 2028 darf er sich für ein Jahr beurlauben – bezahlt. „Endlich kann ich morgens trainieren, statt zu fragen: ‚Drei oder fünf Rubbellose, señora?‘“ Seine Führperson Jorge Gras ergänzt: „Humor ist unser Sehstock. Wenn wir lachen, sehen die anderen uns nicht mehr als defizitär, sondern als kompetitiv.“

Sara Andrés, 100-Meter-Ass, bringt’s auf den Punkt: „Früher haben Leute gesagt: ‚Respekt, dass du trotzdem läufst.‘ Heute sagen sie: ‚Scheiße, du bist schneller als ich.‘ Das ist Fortschritt, gemessen in Sekundenbruchteilen und Lautstärke.“

Der Clou: Die Clips enden nie mit einer Leistung, sondern mit einem gemeinsamen Song. Grison rappt, Riudavets beatboxt auf seinem Brustkorb, Andrés spielt die Glocke am Startblock. Ein Crossover, das sich gewaschen hat – und das laut CSD-Präsident José Manuel Rodríguez Uribes „die nächste Generation daran erinnert, dass Sport kein Privileg, sondern ein Recht ist“.

Die erste Folge läuft ab sofort auf allen Kanälen von Cofidis und CPE. Wer danach noch denkt, Paralympics seien ein Nischenthema, hat einfach zu langsam gescrollt.