Granada: von der rettung zur enttäuschung – was ist los?
Die Rojiblancos, lange Zeit im Abstiegskampf gefangen, schienen plötzlich befreit. Doch die erhoffte Endphase der Saison gestaltete sich für Granada alles andere als glorreich. Ein jäher Absturz in der Form und eine erschütternde Heimschwäche lassen Fans und Experten gleichermaßen ratlos zurück.

Die vermeintliche erlösung und der jähe fall
Noch vor wenigen Wochen schien Granada dem sicheren Klassenerhalt entgegenzusegeln. Drei Siege und ein Unentschieden in vier Spielen sorgten für einen beruhigenden Abstand zum Tabellenkeller – neun Punkte Vorsprung, der die Nerven der Anhänger merklich beruhigte. Die Playoffs schienen plötzlich im Bereich des Möglichen, doch dieser Traum zerplatzte schnell mit den deutlichen Niederlagen gegen Las Palmas und Castellón. Die Realität holte die Mannschaft von Trainer Pacheta mit voller Wucht ein.
Seitdem präsentierte sich Granada in einer alarmierenden Verfassung. Nur zwei Siege konnten in dieser Phase verbucht werden, während sieben Niederlagen und 18 Gegentreffer die desolate Situation verdeutlichen. Die Bilanz von sechs Punkten in dieser Endphase der Saison katapultierte die Rojiblancos auf den vorletzten Platz der Liga, nur noch vor Cádiz, Leganés und Zaragoza.
Die Frage, was mit dem Team geschehen ist, beschäftigt die Fußballwelt. War die anfängliche Euphorie nur ein kurzfristiger Effekt? Hat der sichere Klassenerhalt die Motivation der Spieler nachhaltig beeinträchtigt? Pacheta scheint ebenfalls mit den Vorgängen unzufrieden zu sein. Er hat nicht gezögert, die Einstellung und das Engagement einiger seiner Spieler öffentlich zu kritisieren und ließ sie sogar bei einigen Partien aus der Mannschaft stehen.
Die Zahlen lügen nicht: Granada erzielte in den letzten Spielen nur wenige Chancen und wirkte oft lustlos. Die Abwehr ist anfällig, das Mittelfeld kämpft um die Kontrolle und der Angriff wirkt ideenlos. Ein deutlicher Kontrast zu den kämpferischen Leistungen der ersten Saisonhälfte.
Ein enttäuschendes Ende einer Saison, die von großem Leid geprägt war. Die Rojiblancos haben die Chance verpasst, einen positiven Abschluss hinzulegen und hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack. Ob Pacheta die Kurve noch kriegen kann, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Eine grundlegende Überprüfung der Mannschaftsleistung und der taktischen Ausrichtung ist dringend erforderlich, wenn Granada in der kommenden Saison wieder eine ernstzunehmende Rolle spielen will.
