Granada dreht die saison um: pachetas wunder-märz schießt nazarí nach oben
Platz 18 im Winter
, Albtraum-Torverhältnis, Trainer-Debakel – und jetzt dies: Der FC Granada hat im März fünf Spieltage lang die komplette Zweite Liga durcheinandergewirbelt. Drei Siege, ein Remis, null Niederlagen, 9:3-Tore. Die Andalusier katapultieren sich in zehn Tagen neun Punkte weg vom Abstiegsstrudel und plötzlich nur neun Zähler vom Play-off-Platz entfernt. Ein Satz, der vor Weihnachten noch für verrückt galt.Pachetas vollzug: aus abstiegskandidat zu brecher-truppe
Der Coach aus Burgos hatte nach seiner November-Amtsübernahme angekündigt, Granada zur besten Rückrunden-Mannschaft zu veredeln. Lächeln damals, Spott heute: Seit dem 21. Januar holte sein Team 20 von 27 möglichen Punkten. Nur der FC Cartagena (21) sammelte mehr, doch die Hühnervögel kassierten fast doppelt so viele Gegentore. Die Zahlen sprechen Bände: Sechs Siege, zwei Unentschieden, drei Niederlagen – dazu das zweitbeste Defensiv-Quartett der Liga nach dem FC Cartagena. Ohne die vermaledeiten ersten sechs Spieltage würde Granada aktuell Platz zwei belegen und mit 24 Punkten nur einen Punkt hinter Spitzenreiter Eibar rangieren.
Der 4:2-Kantersieg gegen SD Huesca war dabei nur die Speerspitze eines Monats, in dem Granada jeden Gegner physisch überrannte. Hockeystick-Kurve nach oben, die Fans im Estadio Nuevo Los Cármenes träumen wieder laut. Die Stimmung schwappt sogar durch die engen Gassen der Albaicín-Viertel, wo vor Wochen noch nur Flüche über Pacheta flogen.

Die taktik: pressingrohr und umschalt-ketten
Was sich änderte? Weniger tiki-taka, mehr Kettensägen-Fußball. Pacheta verlegte die Mittellinie nach vorne, ordnete Myrto Uzuni als vertikalen Stößel und setzte Sergio Ruiz als Sechser-Regisseur. Die Folge: Gegner erhalten kein Zeitfenster mehr, der Ball läuft schneller als der Gegner umschalten kann. Die 9:3-Tore im März sind kein Zufall, sondern Resultat aus 47 % erfolgreichen Ballerobern im gegnerischen Drittel. Die Liga schaut verlegen drein – vor allem die Abstiegskonkurrenten.
Doch der Blick bleibt klar: Zehn Spieltage sind noch zu absolvieren, das Programm verspricht keine Seligpreisungen. Auswärtsauftritte in Valladolid und Elda warten, dazwischen das Endspiel-Remake gegen den FC Cartagena. Die Buchmacher sehen Granada dennoch nicht im Play-off-Rennen – Quote 15,0. Genau das, was Pacheta liebt: Außenseiterrolle, Messer zwischen den Zähnen, der Underdog, der laut bellt.
Fazit: Die Saison begann mit Tränen, sie könnte mit Träumen enden. Und selbst wenn die Play-offs am Ende zu weit bleiben – wer nach diesem März noch behauptet, Granada sei ein Absteiger, lügt entweder oder hat das Stadion nicht betreten. Die Nazarí sind zurück. Laut, unbequem und vor allem: gefährlich.
