Gosau schlägt zurück: frauen-weltcup kehrt 2027 nach oberösterreich

Die Alpen donnern wieder. Nach 34 Jahren holt Gosau den Frauen-Weltcup zurück nach Oberösterreich – und schickt Lienz vor die Tür.

Der dachstein rüstet sich für das spektakulärste comeback des winters

Der dachstein rüstet sich für das spektakulärste comeback des winters

Am 28. Dezember 2026 steht Skiregion Dachstein West erstmals im Kalender der FIS. Zwei Slaloms, ein Zeitraum von 48 Stunden, ein Dorf mit 750 Einwohnern. Christian Scherer rechnet vor: „Wir haben 18 Monate Vorbereitung, 1.200 Freiwillige und ein Budget, das sich aus Sponsoring, Land und Gemeinde zusammensetzt.“ Die Gesamtsumme? „Im unteren siebenstelligen Eurobereich.“

Die letzte Damenstation in Oberösterreich datiert aus dem Jahr 1992 – Patsch, Tirol, ein Riesenslalom, gewonnen von Vreni Schneider. Seitdem dominierten die Männer: Hinterstoder 2020, Saalbach 2021. Gosau bricht diese Serie, weil Lienz freiwillig pausiert. „Wir brauchen Luft, um die Pisten neu zu vernetzen“, sagt Bürgermeisterin Elisabeth Krammel. Die FIS nutzte die Lücke, erteilte Gosau die Wildcard.

Die Piste: 580 Meter Höhenunterschied, 62 Prozent maximale Neigung, Ausgang beim Hornspitz-Restaurant. „Hart, technisch, keine Fluchtlinien“, beschreibt Damen-Renndirektor Peter Gerdol. Für die Athletinnen bedeutet das: keine Trainingsruns im Weltcup, nur Videoanalyse und alte Renndaten. „Ein Blindflug mit 80 Stundenkilometern“, sagt Mikaela Shiffrins Trainerje Mike Day, „das macht den Slalom unberechenbar.“

Die Zuschauer erwarten 20.000 an beiden Tagen. Eintritt frei, Parkplätze auf den Almwegen, Shuttlebusse aus Bad Ischl. Die Gemeinde verdreifacht ihre Hotelkapazität, indem sie Privatzimmer vermarktet. „Wir rechnen mit 3,5 Millionen Euro Zusatzeinnahmen“, so Tourismusdirektor Harald Brunner. Die FIS sichert sich durch Exklusivklauseln: kein Parallelrennen, keine Snowboard-Events vier Wochen vor und nach Gosau.

ÖSV-Sportdirektor Andreas Puelacher zieht Bilanz: „Wir bekommen Heimspiele, bevor die Tournee nach Zagreb weiterzieht. Das zählt.“ Die Athletenlisten stehen noch nicht, aber die Message ist klar: Wer 2027 im Gesamtweltcup angreifen will, muss in Gosau punkten. Die Tore öffnen um 07:30 Uhr, Start ist 10:15 Uhr. Dann flitzen die besten Technikerinnen der Welt durch den verschneiten Ort, den die Einheimischen nur „das Tor zum Dachstein“ nennen. 34 Jahre Warten – vorbei in 61 Sekunden Slalomzeit.