Göppingen feuert klotz nach 31 tagen – die profi-träume platzen schon wieder
31 Tage hat es gedauert, bis der 1. Göppinger SV feststellte, dass Mario Klotz nicht der Richtige ist, um den Klub in die Regionalliga zu führen. Nach nur vier Spielen und zwei Siegen in Folge ist der 42-Jährige freigestellt – nicht wegen der Tabelle, sondern wegen „unterschiedlicher Auffassungen in Führung und Kommunikation“. Ein Satz, der in Wahrheit lautet: Hier passte von Anfang an nichts zusammen.
Der kurze traum vom wiederaufstieg
Klotz kam als Heilsbringer. Er hatte den FC Villingen 2024 in die Regionalliga gespielt, musste den Verein dann aber im Oktober verlassen. Göppingen sah darin das eigene Schicksal: Weg aus der Oberliga Baden-Württemberg, zurück in die Viertklassigkeit. Doch die Realität war hart. Ein Punkt aus den ersten zwei Spielen, dann die Kehrtwende mit 5:0 gegen Bietigheim und 2:0 in Gmünd. Die Kurve zeigte nach oben, der Trainer musste trotzdem gehen.
Die offizielle Begründung klingt nach Standard-PR: „Die Schnittmengen für eine nachhaltige Kooperation reichen nicht aus.“ Hinter den Kulissen aber brodelt es. Klotz gilt als Detailfreak, der seine Mannschaft micromanagt. In Göppingen will man aber vor allem eins: Talente verkaufen, Strukturen professionalisieren, den Profifußball in die Stadt holen. Ein Trainer, der lieber auf dem Rasen steht als in Meetings, passt da nicht ins Konzept.

Die neue doppelspitze soll es richten
Daniel Budak und Pavlos Osipidis übernehmen „bis auf Weiteres“. Beide kennen den Kader, beide stehen für Kontinuität. Ob sie auch für die nötige Qualität stehen, wird sich am Samstag im Auswärtsspiel beim TSV Essingen zeigen. Dort will Göppingen den dritten Sieg in Folge einfahren – diesmal ohne den Coach, der die Trendwende initiiert hatte.
Florian Mack, Leiter Organisation und Kommunikation, hatte der „kicker“-Redaktion erst letzte Woche erklärt, man wolle „professionellen Fußball in Göppingen etablieren in Kombination mit Familie und Beruf“. Die Vision klingt nach HSV, nach 1860 München, nach all den Klubs, die einst höher wollten und irgendwo zwischen Amateurismus und Profi-Wunschtraum hängen blieben. Mit Klotz sollte das anders laufen. Nun sucht man wieder von vorne.
Die Zahl, die bleibt: 31 Tage. Länger dauerte die Mission, aus Mario Klotz den neuen Gianni Coveli zu machen. Der Italiener hatte elf Jahre lang das Sagen, ihn beerbte ein Trainer, der es nicht einmal elf Spiele schaffte. Göppingen träumt weiter – nur eben ohne den Mann, der den Traum kurz erlebbar machte.
