Golf für xana: stars schlagen bälle gegen krebs

Ein Schwung, ein Aufschrei, ein Kind lächelt. Gestern verwandelte sich die Santander Financial City in eine 18-Loch-Fabrik der Hoffnung. Prominenz aus Sport, Wirtschaft und Politik schwang nicht nur Eisen, sondern auch Scheckbücher – alles für Fundación Xana, den Kinder-Krebs-Helfer von Luis Enrique und Elena Cullell.

Der Countdown läuft. Mit jedem Drive fließt Geld in La Casa de las Xanitas, ein Beherbergungsprojekt direkt an Madrids Kliniken. Dort sollen Familien kostenlos wohnen, während ihre Kleinen Chemo, Strahlung oder Transplantationen überstehen. Kein kaltes Hotelzimmer, keine Parkuhr vor der Onkologie – nur ein sicherer Hafen mit Kochlounge, Spielecke und Psychologen im Flur.

Raúl bringt rodilla-team auf grün

Ex-Real-Kapitän Raúl González Blanco agierte als Schirmherr des Rodilla-Catering-Teams. „Luis und ich haben Titel gefeiert, heute zählen andere Punkte“, sagte er nach seiner Runde. Die Fast-Food-Kette spendet Mahlzeiten für das Haus und überweist einen sechsstelligen Betrag – ohne Medienrummel, nur mit Handschlag.

Die Star-Liste liest sich wie ein Who-is-Who des spanischen Sports: Luis Figo, Bernd Schuster, Rudy Fernández, Marcos Llorente. Sie alle zahlten 3.000 Euro Startgebühr, versteigerten Signierte Schuhe und gaben Schlagunterricht für 200 Euro pro Minute. Die Kasse klingelte. Am Ende stand nicht ein Sieger auf dem Scoreboard, sondern eine Zahl: 1,4 Millionen Euro – genug, um den Rohbau der Xanitas-Villa zu sichern.

Bela cullell: „tränen auf dem grün“

Bela cullell: „tränen auf dem grün“

Bela Cullell, Projektleiterin und Schwester von Elena, kämpfte mit den Tränen. „Wir haben heute nicht gespielt, wir haben gebaut“, rief sie in das Mikro. Die Baumaßnahme startet im September, Einzug ist für Frühjahr 2025 geplant. 48 Suiten, 96 Betten, ein Garten mit Bewegungsstation für immungeschwächte Kinder. Die Operation wird von Hospital 12 de Octubre und La Paz unterstützt – prominenteste Adressen der Kinderonkologie Spaniens.

Zwischen Putten und Pro-Am schob sich eine bittere Wahrheit: Jedes Jahr erkranken in Madrid rund 500 Kinder an Krebs. Die Wartelisten für Familienzimmer sind lang. Die Xana-Stiftung will nicht nur betten, sondern auch begleiten: Schulvermittlung, Eltern-Coaching, Geschwistertherapie – alles finanziert durch Spenden wie die von gestern.

Als letztes Flight über den Grüns verschwand, blieb Luis Enrique zurück. „Xana wäre heute zwölf geworden“, sagte er leise. Dann schloss er die Augen und hob den Golfschläger – nicht als Sportgerät, sondern als Stift, der ins Buch der Erinnerung schreibt: Ein Schlag gegen das Vergessen. Der Cup war leer, die Kasse voll. Madrid summt, Spenden laufen weiter – und irgendwo wartet ein Kind auf sein Zuhause zwischen Chemo und Morgen.